Trauer

Verfasser des Manifests für den „Prager Frühling“ ist tot

Prag.  Der tschechische Romancier Ludvik Vaculik, dessen im Juni 1968 verfasstes Manifest „Zweitausend Worte, gerichtet an Arbeiter, Landwirte, Beamte, Künstler und alle anderen“ als einer der Auslöser für die Bewegung für eine „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ in der Tschechoslowakei gilt, ist am Sonnabend im Alter von 88 Jahren in Prag gestorben. Vaculiks Aufruf wurde damals von 70 bekannten Künstlern, Wissenschaftlern und Sportlern mitunterzeichnet. Bürgerrechtler hätten den Text damals auch in die DDR geschmuggelt, erinnert sich der Theologe Friedrich Schorlemmer. Später zählte Vaculik mit Vaclav Havel auch zu den Mitunterzeichnern der „Charta 77“.