Kultur

Jetzt zuschlagen, sonst ist es weg!

Wenn man sich einmal vor Augen führen möchte, wie sehr sich das Fernsehen in den letzten Jahren verändert hat – mit Second Screen-Apps, interaktiven Formaten, Erstausstrahlungen im Netz und tausenderlei anderem Krims und Kram – muss man nur statt der Eins, der Fünf oder der Acht einmal die 34, 123 oder 2475 auf seiner Fernbedienung drücken. Dort vegetiert ein Relikt der Prä-Internet-Zeit vor sich hin, dessen Betrachtung der eines grässlichen Unfalls ähnelt: die Shopping-Kanäle. QVC, HSE, und wie sie alle heißen, versuchen immer noch, merkwürdigen Plunder zu Mondpreisen an den Mann, die Frau oder sonst wen zu bringen. Ganz so, als ob Amazon und Ebay noch nicht erfunden wären.

Fragt man sich als Moderator der Juwelo TV „Schnäppchentage“ eigentlich manchmal, ob einem außer Oliver Kalkofe überhaupt jemand zuguckt? Oder fühlt man sich gar geschmeichelt, wenn der unermüdliche Schatzgräber in den Untiefen des deutschen Fernsehniveaus einen aufs Korn nimmt? Vielleicht gilt das ja als eine Art Ritterschlag. Wahrscheinlich gibt es sogar geheime Clubs der Persiflierten, in die nur Einlass erhält, wer schon einmal von Kalkofe aufgespießt wurde: Rosenquarzkreuzer, Freizeitmodemaurer und Geheimkummerbundler aller Länder, vereinigt euch!