Hamburg

Die Geheimnisse alter Schriften

Beim „Tag der offenen Tür“ gibt der Forschungsbereich Manuskriptkulturen Einblicke in seine Arbeit

Hamburg.  Manchmal sind Manuskripte die einzigen Zeugnisse untergegangenen Kulturen. Seit vier Jahren verfügt die Universität Hamburg über den Sonderforschungsbereich „Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa“, der handschriftliche Quellen interdisziplinär erforscht und mit Partnern in zahlreichen Ländern zusammenarbeitet. So ist das Centre for the Study of Manuscript Cultures (CSMC), wie die Forschungseinrichtung international firmiert, u. a. an der konservatorischen Sicherung der Schriften aus Timbuktu beteiligt, die vor drei Jahren unter dramatischen Umständen aus der damals von Islamisten besetzten Wüstenstadt gerettet wurden.

Wer sich über die Arbeit des Sonderforschungsbereichs informieren möchte, hat am Freitag beim „Tag der offenen Tür“ dazu Gelegenheit. Im Mittelpunkt stehen Tontafeln mit Keilschrift aus Mesopotamien, einer Region, die durch die religiösen Fanatiker aktuell besonders bedroht ist.

Über die aktuelle Situation wird die renommierte französische Assyriologin Cécile Michel sprechen. Ihr englischsprachiger Vortrag beginnt um 14.20 Uhr, unmittelbar nach der Begrüßung durch Uni-Präsident Dieter Lenzen. Bis etwa 18 Uhr schließen sich sechs weitere Vorträge sowie Workshops und eine Filmvorführung an. In der Manuskriptsprechstunde haben Besucher die Möglichkeit, mitgebrachte alte Dokumente wissenschaftlich begutachten zu lassen. Die Wissenschaftler des Forschungsbereichs sind auch bereit, Auskunft über außergewöhnliche Zeichen, Schriften und Sprachen zu geben. Außerdem besteht die Möglichkeit, die eigenen Dokumente im hauseigenen Labor mithilfe von naturwissenschaftlichen Analysemethoden und einer hochauflösenden Multispektralkamera untersuchen zu lassen.

Tag der offenen Tür im Sonderforschungsbereich „Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa“ der Universität Hamburg, Warburgstraße 26, 5. Juni 14–18, Eintritt frei