Hamburg

Chefin des Monsun-Theaters gibt ihren Posten ab

Hamburg.  Das Monsun Theater bekommt eine neue Leitung. Anlässlich des 35-jährigen Jubiläums des Hinterhoftheaters in Ottensen am 5. Juni wird die langjährige Theaterchefin Ulrike von Kieseritzky ihr Amt niederlegen. Nach 18 Jahren Leitung des ersten Off-Theaters Hamburgs möchte sich die 69-Jährige anderen „Lebensprojekten“ widmen. Ihre Nachfolge, die geregelt sei, will von Kieseritzky erst am Jubiläumsabend bekanntgeben.

Ulrike von Kieseritzky, die aus einer Künstlerfamilie stammt und das Haus in der Friedensallee – sowohl das Repertoire als auch die Zuschauerstruktur – mit der Zeit verjüngt und auch baulich modernisiert hat, war anfangs „etwas blauäugig“ zur Intendanz gekommen, sagt sie selbst mit einem Augenzwinkern. „Diese Blauäugigkeit braucht man auch – und einen langen Atem.“ Den hat sie, die zuvor als Pressesprecherin in der Umweltbehörde gearbeitet hatte, bewiesen. Das Theater, das kein eigenes Ensemble hat, sondern eine Spielstätte für freie Gruppen ist, hat seinen Schwerpunkt in der Gegenwartsdramatik gefunden, macht Jugendarbeit und zeigt auch Kinderstücke. „Das Theater ist gut aufgestellt. Es ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, das operative Geschäft des Theaters in andere verantwortungsvolle Hände zu legen“, so von Kieseritzky.

Auch Kultursenatorin Barbara Kisseler würdigte Ulrike von Kieseritzkys Arbeit, die Intendantin sei „klug, charmant und kompetent“, das Monsun sei als „unverzichtbarer Teil der Hamburger Theater etabliert“. „Viele wunderbare und auch preisgekrönte Inszenierungen sind hier entstanden und eine Reihe von Künstlerinnen und Künstlern haben hier ihre Karriere begonnen“, sagt Kisseler. „Daneben hat Ulrike von Kieseritzky mit Ihrem Mann, Ulf von Kieseritzky, das Theater auch baulich und technisch so erweitert, dass dieser Ort auch zukunftsfähig bleibt und den technischen Anforderungen der auftretenden Künstler entspricht.“ Ulrike von Kieseritzky will dem Haus weiter „mit Rat und Tat zur Seite stehen“.