Ausstellung

Der Kiez trifft Kreative im Millerntor-Stadion

Starke Marke trifft starke Markenkommunikation: Das Millerntor-Stadion
beherbergt in diesem Jahr das ADC Festival

Starke Marke trifft starke Markenkommunikation: Das Millerntor-Stadion beherbergt in diesem Jahr das ADC Festival

Foto: Witters

Am Donnerstag eröffnet die Ausstellung des ADC Festivals, eine Leistungsschau der deutschen Kreativwirtschaft.

Hamburg.  Langsam wird es zur Tradition: Einmal im Jahr kommen die Kreativen Deutschlands in Hamburg zusammen, um das ADC Festival zu feiern – 2015 bereits zum dritten Mal. Nach zwei Jahren im Oberhafenquartier ist eines der europaweit wichtigsten Treffen der Kreativwirtschaft in diesem Jahr auf dem Kiez zu Gast, der zu dieser Gelegenheit zum „Kreativen Gefahrengebiet“ erklärt wurde.

Örtliche Zentrale des Festivals, das der Art Directors’ Club Deutschland ausrichtet, ist das Millerntor-Stadion, dort findet auch das Herzstück des Festivals statt: In der großen ADC-Ausstellung werden alle Arbeiten des vergangenen Jahres gezeigt, die sich auf die Auszeichnungen des Wettbewerbes, die ADC Nägel in Gold, Silber und Bronze, beworben haben. Bereits seit Dienstag tagen 378 Fachjuroren auf St. Pauli, um aus gut 3000 eingereichten Arbeiten die Gewinner in 27 Kategorien und den Grand Prix des Festivals auszuwählen. Andreas Grabarz, Gründer der Hamburger Agentur Grabarz & Partner, steht der Jury in diesem Jahr vor, ADC-Präsident Stephan Vogel beschreibt ihn als „hervorragenden Kreativen, als analytischen Denker, als fairen und besonnenen Juror“. Die Preise gelten als wichtiger Gradmesser für den Stand der Dinge in Sachen kreativer Markenkommunikation, immer wieder werden besonders die Aktionen gewürdigt, die aus der Masse hervorstechen. Im vergangenen Jahr wurden neben dem aus einem alten russischen Panzer in Kleinauflage geschmiedeten „Hornbach Hammer“ und der „Supergeil“-Kampagne der Supermarktkette Edeka auch die „iDemo“ in Berlin prämiert, bei der „Die Partei“ von Martin Sonneborn mit Flachbildschirmen und Tablets demonstrierte, auf denen wechselnde satirische Slogans zu lesen waren.

In diesem Jahr wird unter anderem eine explizit politische Kampagne als möglicher großer Sieger gehandelt: Die von GGH Lowe und Grabarz & Partner entwickelte Aktion „Rechts gegen Rechts“ für die Neonazi-Aussteiger-Organisation Exit Deutschland. Die bereits verschiedentlich ausgezeichnete Spendenaktion funktionierte den alljährlichen Aufmarsch von Rechtsextremisten in Wunsiedel kurzerhand zum „unfreiwilligsten Spendenlauf Deutschlands“ um. Für jeden Meter, den die Neonazis bei ihrem Aufmarsch zurücklegten, wurden zehn Euro an Exit gespendet. Die Demonstranten wurden über ihr unfreiwilliges Eintreten gegen sich selbst mit Plakaten, Spruchbändern und bereit gelegten Bananen zur Stärkung für den langen Marsch informiert.

Auch der Vorjahressieger Heimat aus Berlin ist mit seinem Kunden Hornbach wieder vertreten, dieses Jahr aber mit einer weniger spektakulären Arbeit als 2014. Doch auch der TV-Spot „Gothic Girl“, der die Leiden eines Teenie-Mädchens und die Vaterliebe mit Heimwerker-typischem Pragmatismus thematisiert, weiß zu überzeugen. Eine leichte Wahl steht den Juroren auch in diesem Jahr nicht bevor.

Während sich die Ausstellung ganz explizit auch an interessierte Laien richtet, ist der Rest des Festivals eher für das zahlreich erwartete Fachpublikum gedacht: Der ADC Kongress am Donnerstag steht genau wie der bereits ausverkaufte Nachwuchskongress am Freitag ganz im Zeichen der digitalen Zukunft der Branche. Virale Kampagnen, die Unterschiede in der Herangehensweise, die das Internet im Vergleich zu den klassischen Medien erfordert und anderes stehen auf dem Plan. Das ist nicht zuletzt dem prominenten Kooperationspartner geschuldet, den der ADC für das Festival und darüber hinaus gewinnen konnte. Der Internetgigant Google sei „ein wichtiges Tor zur digitalen Welt“, so Vogel. Und diese sei es, die für die Kreativwirtschaft und die Marken, die sie betreut, immer wichtiger werde. Daher freue man sich sehr auf die „neuen, gemeinsamen Ideen“, die man während des Kongresses und auch danach entwickeln werde.

ADC Ausstellung Do 21.5., 12-19 Uhr, Fr 22.5. und Sa 23.5. 10-19 Uhr, Millerntor-Stadion (U St. Pauli), Harald-Stender-Platz 1, Eintritt 10,-/14,-, Alle Informationen zum Festival unter www.adc.de