Kultur

Frühlingsgefühle im Fernsehen

Falls es Ihnen bislang entgangen sein sollte: Es ist Frühling! Gut, an der Großwetterlage ließe sich noch einiges optimieren, aber das Fernsehprogramm ist schon mal auf Liebe und die damit assoziierten Freizeitbeschäftigungen eingestellt. Und das nicht nur bei den Privaten, wo man wenig jugendfreie Bewegungssportarten ohnehin erwarten würde:
Am Montag gab’s Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ (in Fachkreisen auch bekannt als „Alles, was Sie noch nie über Körperflüssigkeiten wissen wollten“) im ZDF, am Dienstag starteten die stets kopulationsbereiten Wiener „Vorstadtweiber“ im Ersten. Zugegeben, eine alte journalistische Grundregel besagt, dass erst drei ein Trend sind. Aber nach einigen Tagen Verschnaufpause auf der öffentlich-rechtlichen Fummelwiese geht es am kommenden Montag ja feuchtfröhlich weiter: Die Mainzelmännchen fahren mit „Linda Lovelace – Pornostar“ erneut schweres Geschütz auf. Und der MDR vertraut bereits um 17 Uhr der Sexualtherapeutin Carla Thiele sein Nachmittagsmagazin an, das künftig einmal im Monat nicht mehr „Leichter leben“, sondern „Leicht lieben“ heißen wird.

Vielleicht geht es aber auch gar nicht bloß um die Jahreszeit. Vielleicht handelt es sich bei der plötzlichen Sex-Offensive in Wirklichkeit um einen streng geheimen Geheimplan, um den demografischen Wandel aufzuhalten.