Kultur

Der Nahostkonflikt aus israelischer Perspektive

In Liegestühlen sitzen vier israelische Soldaten auf dem Dach einer Wohnung, aus einem Kofferradio trällern Popsongs. Doch der Schein trügt: In ihren Händen halten sie Handgranaten und Uzis, unten in den Straßen wütet der Krieg. Die jungen Männer wurden nach Gaza geschickt, um „Ordnung“ in das Gebiet zu bringen. Zunächst wollen sie friedlich bleiben – erst als ein Kamerad bei einem Anschlag stirbt, ändert sich das. Aus Sicht der Soldaten zeigt „Rock the Casbah“ einige Tage im umkämpften Gaza während der Ersten Intifada 1989. Arte strahlt das Kriegsdrama erstmals im deutschen Fernsehen aus – auf Hebräisch mit deutschen Untertiteln.

Der Film zeichnet das Porträt von vier jungen Männern im Krieg – eine Extremsituation, an der die Soldaten schier zerbrechen. Die als Besatzer wahrgenommenen Israelis werden von den Palästinensern beleidigt, provoziert und mit Steinen und Molotow-Cocktails beworfen.

„Rock the Casbah“ rückt den Seelenzustand der Menschen in den Fokus – auch mit intensiven filmischen Mitteln. So ist die Kamera immer ganz nah bei den Menschen, Aufnahmen aus der Totale gibt es wenige. Dabei zeigt der Film vor allem die Zerrissenheit der Israelis, ihr Heimweh, ihre Trauer. Die Darstellung der Palästinenser bleibt insgesamt skizzenhaft. Über die Intifada und die Beweggründe der Araber erfährt der Zuschauer weniger.

„Rock the Casbah“, Mi, 22.45 Uhr, Arte