Menschlich gesehen

Pokal aus Frottee

Er ist keiner, der zum Lachen in den Keller geht. Andreas Linzner ist ein lustiger Ex-Geselle, der Komikern von seinem Atelier auf der Veddel aus etwas mit an die Hand gibt: den Hamburger Comedy-Pokal. Für Deutschlands größten Kleinkunstwettbewerb, der von diesem Freitag an wieder vier Tage lang die Hamburger zum Lachen bewegt, fertigt der gelernte Schneider und Designer seit der Premiere 2003 Jahr für Jahr neue Trophäen – aus Frottee.

Das Material hat es dem gebürtigen Wuppertaler angetan. Alte Bademäntel, Handtücher, sogar Gardinen, hat er zu Stofftieren und Bildern verarbeitet. 1000 Handtücher, die meisten aus den 60er- und 70er-Jahren, lagern in seinem Atelier. „Ich will sie ja nicht horten wie ein Messie“, sagt der Single, einst Student für Mode- und Textildesign an der Modeakademie JAK und an der Fachhochschule Armgartstraße. Eine Ausstellung mit Frottee-Objekten und ein Buch zum Thema – davon träumt der 45-Jährige, der zurzeit an einer neuen Handtuchkollektion arbeitet. Um der Herkunft des 165 Jahre alten Handtuchs auf die Spur zu kommen, hat er auch angefangen, Türkisch zu lernen.

Zeit für ein anderes Hobby nimmt sich Linzner dennoch: In seiner Freizeit widmet er sich in Hamburg der Tiefbaufotografie. Kein Scherz!