Zwischen Spielhölle und Shakespeare

Es gibt verschiedene Ansätze, um im Casino Haus und Hof zu verlieren. Die Martingale-Methode ist die bekannteste. Hier wird bei einer simplen Wette (Schwarz/Rot, gerade/ungerade) nach jedem Verlust der Einsatz verdoppelt, da es unwahrscheinlich ist, dass fünfmal Rot kommt. Jim Bennett (Mark Wahlberg) kennt eine weitere populäre Strategie: So lange spielen, bis nichts mehr da ist. Jim lehrt Literatur an der Universität. Shakespeare natürlich. Wie der Zufall es so will, ist eine seiner Studentinnen Kellnerin in dem Etablissement, wo Jim so gern Geld verliert. Amy (Brie Larson) ist im Casino schwer verrucht und auf der Uni schwer brav. Irgendwo zwischen Heilige und Hure, hat sie Verständnis für seine Spielsucht – da muss es ja irgendwann funken.

„The Gambler“ ist ein großartiger Schauspielerfilm und auch ein sehr ästhetischer mit einem schwächlichen Drehbuch. Die Faszination des Spielens weiß der Film nicht zu vermitteln. Jim hat keine Freude am Gewinnen, und wenn er verliert, hat er nicht mal Freude am Spielen.

+++-- „The Gambler“ USA 2014, 110 Min., ab 12 J., R: Rupert Wyatt, D: Mark Wahlberg, John Goodman, Brie Larson, täglich im Cinemaxx Harburg, UCI Othmarschen; www.thegambler-film.de