Regisseur Viktor Bodó inszeniert „Ich, das Ungeziefer“ nach Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“. Das Stück hat im Malersaal des Hamburger Schauspielhauses Premiere. Warum es keine Käfer-Kostüme geben wird.

Hamburg Ist es Zufall oder besteht derzeit ein besonderer Anlass, dass Franz Kafkas „Die Verwandlung“ an so vielen Theatern aufgeführt wird? Die weltberühmte Erzählung, die mit dem Satz beginnt, „als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt“. Mal legt man Wert darauf, zu zeigen, wie das als Ungeziefer ausgemachte Opfer vom Kleinbürgertum zermalmt wird, das sich politisch nach rechts bewegt. Mal zeigt man Gregors Angehörige als Parasiten, für die er sich jahrelang aufgeopfert hat. Mal zeigt man, wie die intakte bürgerliche Welt zerbricht oder wie Menschen den Anblick des Fremden nicht mehr ertragen können.