Die Knaller zum Schluss

Theater unterhalten am Silvesterabend mit den bewährt lustig-frechen Stücken

Das Lustigste, Schönste, Unkomplizierteste, Kurzweiligste spielen die Theater gerne an Silvester. Schließlich wollen sie an diesem Abend die Zuschauer bestens unterhalten, sie in Feierlaune bringen. Es soll Spaß machen. Keine Überraschung ist es da also, dass das Thalia Theater bereits am Nachmittag (14 Uhr) seine Kultvorstellung „Thalia Vista Social Club“ präsentiert, jene Kult-Aufführung, die nun schon seit fast 15 Jahren und mehr als 300-mal dort gespielt wird. Der Liederabend mit den humpelnden, vergesslichen, röchelnden Tattergreisen, die im Heim für betagte Schauspieler untergebracht sind und trotz Gicht, Demenz, steifem Bein und gelegentlich sich lockerndem Gebiss „I love Rock ’n’ Roll“ grölen, verspricht Spaß pur. Abends geht es dann im Thalia mit einer Doppelvorstellung von Shakespeares zwischen Zauberwelt und Wirklichkeit spielendem „Ein Sommernachtstraum“ weiter (17Uhr/20.30 Uhr), in der das glänzende Ensemble des Theaters überzeugt.

Tolle Schauspielkunst und ein großes Vergnügen für die Zuschauer bietet auch Karin Beiers Inszenierung von Yasmina Rezas Komödie „Der Gott des Gemetzels“, die das Schauspielhaus gleich zweimal an Silvester zeigt (18Uhr/21 Uhr). Das Stück, in dem zwei höchst zivilisierte Ehepaare sich über die Rangeleien ihrer elfjährigen Söhne höchst unzivilisiert auseinander setzen, ist temporeich, chaotisch und frech – ein perfektes Silvesterschmankerl.

Und erst die „Nachttankstelle“, die nun schon im siebten Jahr am St Pauli Theater läuft! Franz Wittenbrinks Liederabend über Einsame, die sich am Weihnachtsabend an der Esso-Tankstelle treffen, ist für zahllose Fans „das beste Musical Hamburgs“. Das ist so komisch, so mitreißend und unterhaltsam, dass man es sich ruhig auch zweimal anschauen kann. Am Silvesterabend läuft es schon mal als Doppelvorstellung (16Uhr/20 Uhr).

Kaum jemand kann so witzige Stücke schreiben wie der Amerikaner Neil Simon. Seine „Sonny Boys“ zeigt das Ernst Deutsch Theater ebenfalls zweimal an Silvester (18.30 Uhr/22.15 Uhr). Der Choleriker Willie und der Pedant Al, ehemals Partner als Bühnenkomiker, treffen sich viele Jahre nach ihrem Streit wieder. Und das ist ziemlich komisch. Werner Rehm und Charles Brauer spielen die zwei verbitterten Alten in dem Boulevardklassiker.

Drei alte Damen stehen dagegen an Silvester in der Krimikomödie „Jetzt oder nie – Zeit ist Geld“ auf der Bühne der Kammerspiele (19Uhr/22.30Uhr). Die Drei, die ihr Angespartes (und Geklautes) bei der Bank einzahlen wollen und Opfer eines Überfalls werden, lassen es danach erst richtig krachen. In den meisten Theatern können das die Zuschauer ebenfalls. Auf den Silvesterpartys bis weit ins neue Jahr.