Menschlich gesehen

Hamburger Perle

Es heißt ja immer, Männer ohne Haare auf dem Kopf hätten keine Glatze, sondern nur einen Solarkollektor für eine Sexmaschine. Ein Bild, das dem Hamburger Sänger, Songschreiber und Autor Carsten Pape, Jahrgang 1956, sicher gefallen würde. Auch wenn der gebürtige Wilstorfer doch eher eine Geschichtenmaschine ist. Immer auf Hochtouren, immer auf Achse.

Viele kennen Pape nur als „Mann, der Lotto King Karls Gitarre trägt“, wie er selber von sich sagt. Alle zwei Wochen geht es im Volkspark auf den Kran, um mit Lotto vor 50.000 HSV-Fans „Hamburg, meine Perle“ zu singen. Hoch. Und wieder runter. Pape kennt das schon länger als zehn Jahre. Mit seiner Band Clowns & Helden gelang ihm 1987 mit „Ich liebe dich“ ein großer Hit, heute reicht es ihm, von seiner Kunst leben zu können. Bevor er in die Saiten greift, nimmt er seine Uhr ab. „Die Rolex nimmt sonst Schaden. Das ist keine Angeberei, ich lebe eben so“, lacht er, und jeder weiß, dass er für jeden Cent hart schuften muss. Sein neues Album „Die Einsamkeit des Schwimmers“ erschien im Mai, der dritte Roman ist in Arbeit. Sonne braucht er nicht, um Energie zu tanken. Wie soll das auch gehen? Carsten Pape trägt immer Hut.