Krieg gegen die Mafia Indonesiens

Der Martial-Arts-Film „The Raid 2“ macht Zuschauer fix und fertig

Drei Jahre hat Regisseur Gareth Evans für die Fortsetzung seines Überraschungserfolgs „The Raid: Redemption“ gebraucht, seinem Helden Rama gönnt er nur eine Pause von knapp zwei Stunden. Nachdem der junge Polizist aus Jakarta quasi im Alleingang mit der südostasiatischen Kampfkunst Pencak Silat einen üblen Gangsterboss zur Strecke gebracht hat, der in einem Hochhaus residierte, erfährt er nun, dass der Gangsterboss aus dem Dachgeschoss in der Unterwelt-Hierarchie Jakartas nur auf mittlerer Ebene operiert hat. Tatsächlich halten ganz andere die Fäden in der Hand – und um die zu Fall zu bringen, muss sich Rama nun als verdeckter Ermittler an die wirklichen Finsterlinge ranpirschen.

Die Figuren heißen Hammer-Mädchen und Baseballschläger-Mann

War der erste Teil in seiner vertikalen Erzählweise noch schnell, zielstrebig und effektiv, geht Evans in „The Raid 2: Berangal“ nun in die Breite. Es gibt zwei konkurrierende Banden, die den Markt unter sich aufgeteilt haben, eine dritte, die sich nicht an die Spielregeln halten will, und einen allzu ehrgeizigen Sohn, der versucht, das Geschäft seines Vaters an sich zu reißen. Es gibt eine Massenschlägerei in einer Klokabine, eine Schlammschlacht in einem Gefängnishof, gegen die die Anfangssequenz von Scorseses „Gangs of New York“ wie ein Kindergeburtstag wirkt, und eine Verfolgungsjagd, wie sie die an Verfolgungsjagden nicht gerade arme Filmgeschichte noch nicht gesehen hat – und das ist nur der Anfang. Es gibt auch jede Menge Phasen der Stille, denn Evans entschied sich dieses Mal für einen Arthouse-Ansatz. Doch dann bricht sich die Gewalt wieder in ungeahnter Härte Bahn. Um sich eine Vorstellung davon zu machen, sei nur erwähnt, dass zwei Figuren Baseballschläger-Mann und Hammer-Mädchen heißen.

150 Minuten dauert das Spektakel, hinterher ist man fix und fertig. „The Raid 2: Berangal“ ist auch ein Film, der einem körperlich nah geht. Als der erste Teil 2011 in die Kinos kam, galt er der beste Martial-Arts-Film seit einer halben Ewigkeit. „The Raid 2“ ist nun der beste Martial-Arts-Film seit „The Raid“.

+++-- „The Raid 2: Berangal“ Indonesien 2014, 150 Min., ab 18 J., R: Gareth Evans, D: Iko Uwais, täglich im UCI Mundsburg/Othmarschen/Wandsbek; www.sonyclassics.com/theraid2/