Die Aliens sind wir

Science-Fiction als Animation: „Nix wie weg – vom Planeten Erde“

Die Welt, wie ein Außerirdischer sie sieht. Das ist der Ansatz von Callan Brunkers schönem Science-Fiction-Animationsfilm „Nix wie weg – vom Planeten Erde“, bei dem zwei gestrandete Weltraumreisende vom Planeten Baab von der Erde fliehen wollen. Es handelt sich um die ungleichen Brüder Scorch und Gary Supernova, ersterer ein selbstbewusster Held, der sich ohne Nachzudenken in jedes Abenteuer stürzt, letzterer ein zurückhaltender, vorsichtiger Typ, der seinem Bruder immer wieder aus der Patsche hilft.

Und das ist einmal mehr nötig, denn Scorch ist einem Hilferuf vom Dunklen Planeten (besser bekannt als die Erde) gefolgt und dort in Gefangenschaft geraten: In der legendären, geheimnisvollen Area 51. Die wird hier nicht etwa von der amerikanischen Regierung dazu benutzt, Forschungen an gestrandeten Außerirdischen zu betreiben (wie es Verschwörungstheoretiker und Ufologen seit Jahrzehnten glauben), sondern von einem leicht durchgedrehten General. Dieser ist davon überzeugt, dass der Erde von allen Seiten Gefahr droht und lässt zu diesem Zweck Außerirdische an einer Superwaffe bauen, mit der er sämtliche Planeten des Universums vernichten will.

Natürlich wissen unsere Helden dies zu verhindern und lernen dabei auch noch einiges über ihre Stärken und Schwächen. Doch es ist weniger die etwas konventionelle Geschichte die überzeugt, als das Spiel mit der umgedrehten Perspektive. Da bekommen die Astronauten auf Baab zum Beispiel ein Trainingsvideo gezeigt (das stilistisch an all die in schwarz-weiß gefilmten Informationsfilmchen erinnert, die es früher Schulen gab), auf dem ihnen die Grundlagen der Erde vermittelt werden: Einst war dieser Planet von intelligenten Wesen bewohnt, nämlich den Dinosauriern, erfährt man da, doch nun herrschen die wesentlich weniger intelligenten Menschen, die ständig Kriege führen, nach denen es der Wirtschaft des Siegers schlecht geht …

Auch wenn „Nix wie weg – vom Planeten Erde“ im Ansatz ein bunter Kinderfilm ist, sorgen solche Momente und andere popkulturelle Anspielungen dafür, dass auch ältere Semester ihren Spaß am Weltraumabenteuer der Familie Supernova haben.

+++-- „Nix wie weg – vom Planeten Erde“ USA/Kanada 2013, 89 Min., o. A., R: Callan Brunker, täglich in Cinemaxx- und UCI-Kinos, Hansa; nixwieweg-film.de