Cowboy als Sprücheklopfer

Western-Komödie: „A Million Ways To Die In The West“

Auf der Cowboy-Skala würde Albert (Seth MacFarlene) anno 1882 mit null von zehn möglichen Punkten als kompletter Wild-West-Loser dastehen. Einen Colt kann er nicht mal bedienen, Schlägereien im Saloon geht er grundsätzlich aus dem Weg, seine Farm ist ein Bild des Jammers und sogar seine Schafe tanzen ihm auf der Nase herum. Ungewöhnlich ausgeprägt – für einen Cowboy fast unanständig – ist hingegen sein Mundwerk.

Das nützt Albert allerdings auch nichts, als sich seine langjährige Freundin Louise (Amanda Seyfried) von ihm trennt. Alberts Niedergeschlagenheit und seine ohnehin stark ausgeprägte Abneigung gegen den Wilden Westen befinden sich auf dem Höhepunkt, als die ebenso bildhübsche wie mysteriöse Anna (Charlize Theron) in Old Stump auftaucht. Sie verbringen viel Zeit miteinander und Anna rettet Albert gleich mehrfach vor schießwütigen Banditen. Was Albert, dessen Herz sich allmählich für die toughe Blondine öffnet, jedoch nicht ahnt, ist, dass sie mit einem berüchtigten Revolverhelden (Liam Neeson) verheiratet ist.

Mit seiner frech-frivolen Plüschbären-Komödie „Ted“ konnte Seth MacFarlene vor zwei Jahren einen Überraschungserfolg landen. In seiner zweiten Regiearbeit, der Western-Parodie „A Million Ways To Die In The West“, bei der er auch die Hauptrolle übernimmt, versucht MacFarlene vergeblich das „Ted“-Erfolgsmuster zu wiederholen. Humor, der immer nur auf erfrischend-frech setzt, nutzt sich eben ab. Und die zahlreichen Fäkal- und Unter-der-Gürtellinie-Gags sind auch alles andere als erbaulich.

++--- „A Million Ways To Die In The West“ USA 2014, 116 Min., ab 12 J., R: Seth MacFarlane, D: Seth MacFarlane, Charlize Theron, täglich in den Cinemaxx- und UCI-Kinos, Hansa-Filmstudios; www.million-ways-to-die-film.de