Menschlich gesehen

Der Ausgräber

Schon als Kind hat Michael Merkel, 49, Steine gesammelt. „Leider beschränkten sich meine ersten Ausgrabungen im Sandkasten auf verschollene Matchboxautos“, erinnert sich der Kurator der neuen Ausstellung „Napoleons Silberschatz“ im Archäologischen Museum Hamburg. Da dies dem Sohn einer Barmbeker Arbeiterfamilie nicht genug war, studierte er nach dem Abitur in Hamburg und später in Mainz und Kiel Klassische Archäologie und Vor- und Frühgeschichte. Seine Doktorarbeit schrieb er über ein frühmittelalterliches Gräberfeld im Saarland.

Nach einer Tätigkeit am Luxemburger Nationalmuseum kehrte er 1995 nach Hamburg zurück. Er wurde Volontär am heutigen Archäologischen Museum, dessen Sammlungsleiter er inzwischen ist. „Mein Beruf ist mein Hobby. Andere Hobbys kann ich mir als Familienvater mit zwei Kindern eigentlich gar nicht leisten“, sagt Merkel.

Aus Hamburg würde er schon deshalb nie dauerhaft weggehen, weil er die Nähe zum Wasser braucht. „Hier ahnt man die Nähe zur Nordsee nicht nur, man kann das Meer sogar riechen“, behauptet Merkel, der nur einen Lieblingsplatz außerhalb Hamburgs hat: eine Ferienwohnung am andalusischen Strand. Auch seine Familie fühlt sich in der spanischen Sonne wohl. Dort gibt es genug Sand, in dem die Kinder erste Ausgrabungen machen können – und der Vater findet dann Zeit für die Lektüre skandinavischer Krimis.