Konzertkritik

BAP begeistert die Fans in der ausverkauften Laeiszhalle

Peter Wenig

Kölsch-Rocker Wolfgang Niedecken „zieht den Stecker“ und liefert in der Hansestadt ein phänomenales Konzert ab. Der 62-Jährige spielte nur wenigen bekannte BAP-Songs und Stücke aus seinem Solo-Album.

Hamburg. Gleich zu Beginn warnt Wolfgang Niedecken seine Fans in der ausverkauften Laeiszhalle: „Ich hoffe, Ihr habt genügend Zeit mitgebracht. Wir haben heute viel vor.“ 3 ½ Stunden später verhallen die letzten Takte seines 1984 erschienen melancholischen Songs „Sendeschluss“ über das Verlierer-Leben, Schlusspunkt eines phänomenalen Konzerts.

Auf seine alten Tage, am 30. März wird der Kölsch-Rocker 63, ist Niedecken noch einmal einen ganz ungewöhnlichen Weg gegangen. Er „zieht den Stecker“, wie er selbst sagt, schließlich sei der Begriff „unplugged“ geschützt. Und mehr noch: Er meidet zumindest in den ersten Stunden seine großen Hits, spielt Lieder aus seinem Solo-Album und viele BAP-Songs, die auch langjährige Fans der Gruppe kaum kennen. Niedecken, der 2011 einen schweren Schlaganfall überlebte, riskiert viel – und gewinnt alles.

Handwerklich ist der Auftritt von erlesener Qualität, seine Begleitmusiker, allen voran der Sting-Percussionist Rhani Krija aus Marokko, machen einen großartigen Job. Kristallklar perlt der ausgefeilt arrangierte Sound aus den Boxen, gerade Niedeckens leise Lieder sorgen für Gänsehaus bis in den obersten Rang. Natürlich darf der Gassenhauer „Verdamp lang her“ als letztes Stück vor dem langen Zugabenblock nicht fehlen.

Doch auch Niedeckens bekanntestes Werk entfaltet dank Kontrabass und Violine eine ganz besondere Magie. „Schön war’s mit Euch“, sagt Niedecken am Ende und winkt noch einmal den Fans zu, die im ersten Rang den Schal seines Lieblingsvereins 1. FC Köln schwenken. Schön? Nein, es war überragend.