Das Krass-Festival auf Kampnagel beschäftigt sich bis zum 15.2. mit dem Phänomen der Migration. Kuratiert wird es vom bosnischen Regisseur Branko Šimic.

Kampnagel. Über Migration wird europaweit viel diskutiert. Nach Ansicht des Hamburger Theaterregisseurs Branko Šimic allerdings nicht in angemessener Weise. Die Begriffe seien relativiert, ihr Wert verloren gegangen, die Realität der Migranten sei offensichtlich, aber politisch herrsche Schweigen. „Wir erleben gerade einen ideologischen Kampf. Sowohl die Meinung der Regierungen als auch der Bevölkerung ist nicht immer positiv. Auf der anderen Seite gibt es viele Menschen, die die Flüchtlinge unterstützen, die in einer interkulturellen Welt leben wollen, in einer gerechten Welt“, erklärt der Regisseur, kantiges, markantes Gesicht, wacher Blick durch dicke Glasbausteine. „Ich frage mich, in welcher Welt wir eigentlich leben möchten.“ Darum sagte er auch sofort zu, als ihn die Kulturbehörde im vergangenen Jahr fragte, ob er ein Festival zum Thema kuratieren wolle. Das war die Geburtsstunde von „Krass – Kultur-Crash-Festival“ auf Kampnagel.