„KulturMerkur“ an Volksbank und das Hotel Louis C. Jacob

Handelskammer und Kulturstiftung würdigen Einsatz für Kultur

Hamburg. Er beschützt die Händler und die Künstler, die Hirten und die Diebe, er geleitet die Toten zur Schwelle des Hades, er erfand die Lyra und das Schilfrohrinstrument Syrinx, auch versteht er sich auf die Kunst der Rede. Und mit dieser Aufzählung ist der Kompetenzbereich des griechischen Gottes Hermes, den die Römer Merkur nannten, noch lange nicht vollständig beschrieben. Zur Herbsteszeit schwebt der Geflügelte über den Wassern von Alster und Elbe, wo er sich, unverbesserlicher Liebhaber der Assonanz, mit Kunst und Kultur zum „KulturMerkur“ wandelt. An Materiellem lässt er dabei stets nur zwei vereinfachte Wiedergaben des Caduceus zurück, seines Stabs mit Flügeln, um den sich zwei Schlangen winden.

Er werde dies Instrument nicht zur Mitarbeiterführung einsetzen, versprach Reiner Brüggestraat, Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank, nachdem er den Kulturmerkur-Stab am Freitagvormittag im Ohnsorg-Theater aus den Händen des Präses der Handelskammer Fritz Horst Melsheimer in Empfang genommen hatte. Mit der Verleihung des Kulturmerkurs würdigen Handelskammer und Hamburgische Kulturstiftung in gemeinsamer Sache im 15. Jahr zwei Hamburger Unternehmen, ein großes und ein kleines, die sich durch besondere und nachahmenswerte Anstrengungen hinsichtlich der Kulturförderung in der Stadt verdient gemacht haben. Vor Brüggestraat hatte Horst Rahe, Eigentümer des Hotels Louis C. Jacob, bei der Verleihung in festlich-legerem Rahmen den Merkurstab überreicht bekommen.

Beide Unternehmen wurden insbesondere für ihr Engagement für das Elbjazz-Festival geehrt, zu dessen Hauptsponsoren die Volksbank zählt, während das ehrwürdige Louis C. Jacob eher durch seine quirlige Tochter gegenüber der Elbphilharmonie, den Carl’s Kultursalon, als Partner und Mitveranstaltungsort des Elbjazz auftritt.

Das Jacob bekam den Preis außerdem, weil die Jury Rahes viele Hundert Exponate umfassende Gemäldesammlung ausgezeichnet findet. Mit den Originalen verleiht das Hotel noch den Elbblick-abgewandten Wänden der Zimmer und Suiten hanseatisches Kunst-Flair. Und bei der Volksbank überzeugte die Juroren neben dem Herz für Jazz auch das für den Musikpreis Hans sowie für die Unterstützung der „Musik in den Häusern der Stadt“. Kultursenatorin Barbara Kisseler hielt eine schöne Laudatio auf das „Hotel für Leute, die keine Hotels mögen“, Melsheimer fand lobende Worte für die Volksbank.

Nicht auf der Lyra, sondern auf ihrer Gitarre begleitete sich die Singer-Songwriterin Eva, und statt auf der Syrinx blies Nils Wülker auf der Trompete. Die Schauspielerin Katharina Abt moderierte charmant und, trotz Kärtchen, schön schlagfertig.