Die Fernsehbeichte: Peinlich? Na und!

„New Girl“

Man kann damit ja so schön angeben: „Homeland“, „Breaking Bad“ – klar, schaue ich das, so klug, so gut, so muss Fernsehen heute sein. Erzähle ich jedem. Aber wenn ich wirklich abschalten möchte, dann liege ich im Bett mit „New Girl“ auf dem iPad. Erzähle ich natürlich niemandem. „New Girl“ ist eine dieser amerikanischen WG-Sitcoms um ein paar Freunde, bei denen man schnell selbst einziehen möchte.

Es gibt da drei schräge Männer, die alle weicher und weiblicher sind als Jess, die süße Anti-Heldin. Jess ist eine Lehrerin im Girlie-Look, oft nervig, oft verzweifelt, oft deprimiert, dauernd singt sie einem von ihrem Glück oder Leid vor, also eine Frau, die man eigentlich nicht daten würde, außer sie wird von der bezaubernden Zooey Deschanel gespielt. Zu meiner Verteidigung sei nur gesagt: Selbst Präsident Barack Obama ist ihr verfallen.

Giuseppe Di Grazia, 46, war Sportredakteur. Er ist heute Ressortleiter Welt beim „Stern“ und dort ab 1. November stellvertretender Chefredakteur