Lebensbeichte einer Afghanin

Ein Mann und eine Frau. Allein in einem Zimmer. Er schweigt, sie spricht. „Stein der Geduld“ ist der Monolog einer jungen afghanischen Ehefrau am Lager ihres im Koma liegenden, viel älteren Mannes. Seit Wochen wartet sie schon, dass er erwacht. Sie pflegt ihn zu Hause, ärztliche Versorgung kann sie sich nicht leisten. Sie muss sehen, wie sie und die Kinder überleben. Er ist ein gefeierter Held, ein Dschihad-Krieger. Draußen im Viertel eskalieren die Kämpfe. Zielstrebig trägt die muslimische Frau ihre Lebensbeichte vor, selbstsicher entzieht sie sich den Soldaten, die ins Haus eindringen.

Der französische Schriftsteller und Dokumentarfilmer Atiq Rahimi wurde 1962 in Kabul geboren. Die Verfilmung seines eigenen, gefeierten Romans (2008 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet) ist kunstvoll gemacht und wirft viele Fragen auf: Was wäre, wenn Frauen gehört würden in Afghanistan, wie könnte eine andere Politik der Geschlechter aussehen?

+++-- „Stein der Geduld“ Afghanistan/D/F/GB, 102 Min., ab 12 J., R: Atiq Rahimi, D: Golshifteh Farahani, Hamid Djavadan, Hassina Burgan, Massi Mowrat, täglich im 3001 (OmU), Koralle (OmU)