Annamateur schreit schräg

Kann man Sehnsucht sampeln? Kann man Sekunden kleben? Antworten auf solche Fragen sollte man von Anna Maria Scholz nicht erwarten. Schließlich ist die Dresdnerin unter ihrem Künstlernamen Annamateur spätestens seit dem Gewinn des Deutschen Kleinkunstpreises 2008 in der Sparte Chansons für ihre unkonventionelle Art bekannt. Als Antidiva und Alphaweibchen passt sie weder optisch noch musikalisch in eine Schublade.

Die studierte Jazzsängerin, in Hamburg schon beim Kabarettfestival im St. Pauli Theater und im Polittbüro nicht zu überhören, hat in der Stimme etwas versoffen Raues von Tom Waits, Schrilles von Nina Hagen und Melancholisches von Dalida. Nach St. Georg kommt Annamateur mit ihrer Band Außensaiter noch mal, um ihr musikalisches Overhead-Projekt „Screamshots“, eine visuell-akustische Skizzenschlacht um Malen nach Zahlen und den Schrei nach Nachvollziehbarkeit, unters Volk zu bringen.

„Screamshots“ Fr 11.–So 13.10., jew. 20.00, Polittbüro (U/S Hbf.), Steindamm 45, Karten zu 15,-/erm. 10,- unter T. 28 05 54 67