Frank Göhre und Gunter Gerlach erinnern an Friedrich Glauser

Speicherstadt. Die 49. Schwarze Hafen-Nacht hat sich im Titel der Alliteration verschrieben: „Glauser, Göhre, Gerlach“ lautet das griffige Motto an diesem Dienstag in der Kaffeerösterei. Dabei werden der Hamburger Krimi- und Drehbuchautor Frank Göhre und der diesjährige Preisträger des „Ehren-Glausers“, Gunter Gerlach, an den Schweizer Schriftsteller Friedrich Glauser (1896–1938) und sein Werk erinnern – vor allem mit seinem Wachtmeister Studer hat Glauser einen Meilenstein in der Geschichte des Kriminalromans hinterlassen.

Glauser war Journalist, Krimiautor, Morphinist, Dadaist, Fremdenlegionär und mehr als einmal Patient in psychiatrischen Anstalten. Sein Leben lediglich als bewegt zu bezeichnen, wäre eine spektakuläre Untertreibung. Frank Göhre hat in seinem biografischen Roman „Mo – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (Pendragon Verlag) die einzelnen Stationen des Autors eindringlich nachgezeichnet.

Den „Ehrenglauser“ der Krimiautorenvereinigung Syndikat hat Gunter Gerlach, wie Göhre in Hamburg lebend, auch wegen der Abgründe erhalten, die sich in Gerlachs Kriminalromanen auftun. Jedoch sind es bei ihm Abgründe des Humors, in denen sich die Bruchstellen der Gesellschaft auftun. „Frauen von Brücken werfen“ heißt der Titel seines aktuellen Romans, in dem es unter anderem um einen Serienmörder geht, der, nun ja, der Titel spricht da eigentlich für sich selbst.

Ein Abend, der hoffentlich auch der Neuentdeckung Glausers dient.

49. Schwarze Hafen-Nacht Di 28.5., 20.00, Kaffeerösterei (UBaumwall), Kehrwieder 5, Eintr. 7,-