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The Bird: Freuden der Fleischeslust

Essen wie ein Vögelchen kann man woanders, aber nicht im The Bird auf St. Pauli. Hier gibt es herausragend leckere, auf Bestellung und nach den Wünschen des Gastes gegrillte Fleischmonster.

Als Vegetarier oder Verfechter fettarmer Ernährung wird man im The Bird auf St.Pauli nicht glücklich. Zwar gibt es Gerichte, die ohne Fleisch auskommen. Aber in dieses Restaurant zu gehen, um dann einen Salat zu bestellen, entspricht etwa einer Reise nach New York – und dann verlässt man kein einziges Mal den Flughafen.

The Bird besucht man, wenn man das dringende Bedürfnis verspürt, seinen Kardiologen zu ärgern und eine halbe Kuh zu verspeisen, in Form von Burgern oder Steaks. Dass die ebenso altehrwürdige wie wahre Koch-Maxime „Fett ist Geschmacksträger“ dort integraler Bestandteil des Konzepts ist, daraus macht niemand einen Hehl. Nein, die zweisprachige Speisekarte beschreibt die Freuden des Fetts vielmehr ausführlich.

Und die sind mannigfaltig: Burger von The Bird (ab 9,50 Euro) haben mit dem, was bei den üblichen Fast-Food-Verdächtigen so über den Tresen gereicht wird, nicht mehr als den Namen gemein. Dort gibt es keine nach Industrienorm hergestellten Massenprodukte. Sondern herausragend leckere, auf Bestellung und nach den Wünschen des Gastes gegrillte Fleischmonster.

Mindestens ein halbes Pfund frisch durchgedrehtes Rindfleisch vereint sich mit Sauce, Brötchen, weiteren Belägen und – ebenfalls hausgemachten – Pommes Frites zu einer wunderbaren Ernährungstodsünde. Die man übrigens mit den Fingern essen sollte. Das ist zwar eine ziemliche Sauerei, macht aber mehr Spaß. Und genügend Küchenrolle, um kleinere Katastrophen wieder abzuwischen, gibt es auch.

Wem Brötchen und Soßen und Käse noch zu viele Sperenzchen rund um den Hauptdarsteller Rindfleisch sind, der greift einfach zu einem Steak (ab 7Euro/100 g). Auch hier muss man wissen, auf was man sich eiunlässt. Unter 250 Gramm gibt es nichts, die empfohlenen Größen schwanken je nach Zuschnitt zwischen 300 und 600 Gramm. Mit gutem Grund. Dicke, große Stücke halten Aroma und Saft besser. Außerdem sehen sie beeindruckend aus. Und schmecken ganz hervorragend.

Es gibt eigentlich nur eine einzige Möglichkeit, sich im The Bird nachhaltig unbeliebt zu machen: Wer darauf besteht, seinen Burger – oder schlimmer noch, sein Steak – gut durchgebraten serviert zu bekommen, sollte sich nicht darüber wundern, wenn das Laune-Thermometer plötzlich auf antarktische Temperaturen fällt. Und kann diesen Fauxpas vielleicht wieder gutmachen, indem er das Dessert preist: Der NY Cheesecake (5 Euro) hat wirklich jedes Lob verdient.

The Bird Trommelstraße 4 (S Reeperbahn),Mo–Do 18.00–23.00, Fr 17.00-24.00, Sa 16.00-24.00, So 16.00-23.00 T. 75 66 23 33; www.thebirdinhamburg.com

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