Perfekt nachgespielt

The Australian Pink Floyd führt in der O2 World „Dark Side Of The Moon“ auf

Ist Popmusik zu Ende erzählt? Wenn man sich den Zustand populärer Musik ansieht, gehören Retromoden seit Jahren zu den wichtigsten Trends. Bands führen ihre alten Alben bei Tourneen komplett wieder auf, Covershows sprießen wie Pilze aus dem Boden. Mit dieser Nostalgie ist eine Menge Geld zu verdienen, denn der Hang des Publikums zum Bekannten ist groß. Zu den gefragtesten Projekten dieser Rückbesinnung zählen Covershows der frühen Genesis-Alben und des Werkes von Pink Floyd. The Australian Pink Floyd nennt sich eine Band, die sich ausschließlich um die Kompositionen der britischen Psychedelia-Gruppe kümmert. Am Sonnabend kommen die Nachahmer in die O2 World.

Schon 1988 hat sich The Australian Pink Floyd in Adelaide gegründet. Ziel des Gitarristen und Sängers Steve Mac, dem einzigen Gründungsmitglied, war es, die Musik von Pink Floyd originalgetreu nachzuspielen. Um sich wenigstens ein bisschen von den Londoner Originalen abzuheben, benutzt die Band vom fünften Kontinent statt des Schweins ein Känguru als Logo. Um dem Anspruch bei den Liveshows komplett gerecht zu werden, hat The Australian Pink Floyd sogar detailgetreue Kopien der Originalfilme herstellen lassen, die Pink Floyd während ihrer Shows benutzt hat. Eine besondere Ehre war es für die Australier, dass Pink-Floyd-Gitarrist David Gilmour die Band zu seinem 50. Geburtstag eingeladen hatte, wo sie live spielen durfte. Dabei kam es zu einer Jam Session mit David Gilmour und Richard Wright, dem 2008 gestorbenen Keyboarder von Pink Floyd.

Dass der australische Ableger Erfolg hat, liegt an der Perfektion seiner Shows, aber auch an der Popularität von Pink Floyd, die von Roger Waters nach Spannungen innerhalb der Band 1985 von seiner Seite aufgelöst wurde. Die drei restlichen Mitglieder taten sich unter der Führung von Gilmour wieder zusammen und brachten 1994 das Studioalbum „The Division Bell“ und ein Jahr später Livemitschnitte unter dem Titel „Pulse“ heraus.

Seitdem hat es keine neue Musik mehr von Pink Floyd gegeben. Waters wiederum tourt seit 2011 mit dem von ihm geschriebenen Epos „The Wall“ um die Welt, weil er dafür die Rechte besitzt. Seine Ex-Kollegen durften aus dem Songzyklus maximal drei Nummern pro Auftritt spielen. Wie sehr das Tischtuch zwischen Waters und den anderen drei Musikern zerschnitten ist, konnten Fans im Mai 2007 erkennen, als bei einem Gedenkkonzert für das ein Jahr zuvor verstorbene Gründungsmitglied Syd Barrett die ganze Band anwesend war, doch Gilmour, Wright und Schlagzeuger Nick Mason huldigten Barrett getrennt von Roger Waters. Immerhin gab es 2010 und 2011 zwei kurze gemeinsame Auftritte der Antipoden Waters und Gilmour.

Von der Unmöglichkeit einer Wiedervereinigung profitiert die Band um Steve Mac. Auf dem Programm der Tour steht anlässlich des 40. Jubiläums von „Dark Side Of The Moon“ eine Show, die von den Australiern „Eclipse Of The Moon“ benannt worden ist. Mit mehr als 50 Millionen verkauften Tonträgern ist das 1973 erschienene Werk das erfolgreichste von Pink Floyd. In dem Konzeptalbum geht es um die Frage, was einen Menschen in den Wahnsinn treiben kann. Ausgangspunkt für Waters waren die psychischen Probleme von Syd Barrett, der die Band 1968 verlassen musste, und eigene negative Erfahrungen im Musikgeschäft. „Time“ und „Money“ sind die bekanntesten Songs.

The Australian Pink Floyd beschäftigt sich jedoch nicht nur mit den Mega-Hits der 70er-Jahre. In der zweiten Hälfte des Jahres wird ein Programm inszeniert, das „Set The Controls For The Heart Of The Sun“ heißt und auf einem Song aus Pink Floyds zweitem Album „A Saucerful Of Secrets“ basiert.

The Australian Pink Floyd Sa 27.4., 20.00,O2 World (SStellingen); Sylvesterallee2, Kartenab 50,95 im Vorverkauf; www.aussiefloyd.com