Bremer Tageszeitungen AG

Der „Weser-Kurier“ will bis zu 110 Stellen abbauen

Offenbar ist 50 Mitarbeitern der Servicecenter und der Druckvorstufe bereits gekündigt worden. Abteilungen scheinbar vor Schließung. Auflösungsverträge für 60 Beschäftigte, die jünger als 55 Jahre sind.

Hamburg. Die Bremer Tageszeitungen AG (BTAG) plant offenbar, sich von knapp einem Drittel ihrer etwa 350 Mitarbeiter zu trennen. Laut einer Pressemitteilung des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) Bremen plant das Zeitungshaus, in dem der „Weser-Kurier“ erscheint, den Abbau von bis zu 110 Arbeitsplätzen.

Wie es in Verlagskreisen heißt, ist 50 Mitarbeitern der Servicecenter und der Druckvorstufe bereits gekündigt worden. Diese beiden Abteilungen sollen offenbar geschlossen werden. Weiteren 60 Beschäftigten, die jünger als 55 Jahre sind, will die BTAG demnach Auflösungsverträge anbieten. Betroffen sind 20 der knapp 100 Redakteure des Hauses, 20 Mitarbeiter der Druckerei sowie 20 Beschäftigte anderer Abteilungen.

Zudem will der Verlag die Berichterstattung der Regionalausgaben „Achimer Kurier“ und „Verdener Nachrichten“ an den externen Dienstleister Pressedienst Nord GmbH (PDN) vergeben. Die von der Fremdvergabe betroffenen Redakteure in Achim und Verden sollen auf andere BTAG-Redaktionen verteilt werden. Zuvor hatte das Zeitungshaus bereits die Produktion des „Delmenhorster Kuriers“, der „Regionalen Rundschau“ aus Brinkum und des „Syker Kuriers“ an den PDN vergeben, der dafür bekannt ist, seine Redakteure weit unter Tarif zu bezahlen.

Der DJV Bremen zeigte sich „entsetzt“ von den Plänen. Von der BTAG war niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Die verkaufte Auflage des „Weser-Kuriers“ liegt derzeit bei 162.176 Exemplaren. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 0,85 Prozent. Auch wenn der Auflagenzuwachs allein der Erhöhung der Zahl der verbilligt abgegebenen Exemplare zu verdanken ist, während die Zahl der Abonnements und der Kioskverkäufe zurückging, lassen sich die geplanten Maßnahmen kaum mit Auflagenproblemen erklären. Die Auflagenverluste anderer Regionalzeitungen sind weitaus ernster. Dennoch liegt der Personalabbau im Trend: Im Januar trennte sich die Funke Gruppe („WAZ“) von den 120 Redakteuren ihrer „Westfälischen Rundschau“. Die Streichung weiterer 200 Stellen ist dort geplant.