Unverblümte Pop-Chansons

Die Hamburger Musikerin Katriana stellt mit Band im Nachtasyl ihr neues Album vor

Nachtasyl. Wer Katrianas Stimme hört, der spürt überdeutlich: Hier meint und fühlt eine das, wovon sie singt. "Aber klar doch" heißt die neue, dritte Platte dieser Hamburger Musikerin. An diesem Mittwoch stellt sie ihr neues Album im Nachtasyl vor. Und der titelgebende Song ist bereits ein gutes Beispiel für die unverblümte Art, mit der Katriana ihre Lyrik intoniert. Sehr direkt und doch charmant stimmt sie darin eine Ode gegen jene an, die sich in Jammerspiralen verlieren. Dieser Haltung setzt sie ein beherztes "Jaaa doch" entgegen.

In ihren Pop-Chansons erzählt Katriana Liebes- und Alltagsgeschichten, die dank feiner Instrumentierung eine zarte Kraft entfalten. Die Künstlerin selbst, übrigens auch eine hervorragende Entertainerin, steuert zu ihrem Gesang noch Klänge von Piano und Ukulele bei. Während sich Katriana auf ihren ersten beiden Tonträgern in Pop-Minimalismus par excellence übte, setzt auf ihrem dritten Album neben Gitarre, Bass, Schlagzeug, Bläsern und Akkordeon vor allem das Cellospiel Hagen Kuhrs melodramatische Akzente. Etwa in der "Ballade für Menschen", in der Katriana das Thema Flucht aufgreift.

Die Musikerin ist eine, die in ihren Liedern die Vielfalt des Lebens am Schopfe packt, ohne die Zwischen- und Grautöne zu ignorieren.

Im Eröffnungsstück "Nicht cool genug" schildert sie kokett und zugleich nachdenklich ihr künstlerisches Ringen zwischen Eigenständigkeit und dem Wunsch, Teil einer Szene zu sein. Themen wie Trennung und Single-Frust, Erschöpfung und Aufbruch fügt Katriana in ihre eigene pure Poesie. Wucht hat ihre Stimme außerdem.

CD-Releaseparty mit Band: Katriana Mi 27.3., 21.00, Nachtasyl (U/S Jungfernstieg) Alstertor, Eintritt 10,-; www.katriana.de

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