Offen gesagt

Galerienwerbung aus der Provinz?

Ein Kommentar von Katja Engler

Auch wenn Hamburg sich gern als Metropole sieht, es fehlt noch einiges an Geld und Geist, um international konkurrenzfähig zu werden. Zumal auf dem weiten Feld von Kunst und Kultur, das in Berlin, London oder Paris viel intensiver beackert wird. Gerade jetzt, wo die Internationale Bauausstellung endlich eröffnet ist, wo Kulturhungrige scharenweise aus anderen deutschen Städten anreisen und im Sommer vermutlich auch aus ganz Europa, sollten die kulturellen Einrichtungen in dieser Stadt die Gelegenheit nutzen, sich ins beste Licht zu setzen, Touristen anzulocken ...

Das haben sich Hamburgs Galeristen vielleicht überlegt und eine Broschüre drucken lassen nebst einem verschwurbelten Vorwort von Egbert Rühl, dem Chef der Kreativgesellschaft: "Galerien in Hamburg". Tolle Idee. Theoretisch. Aber warum sieht sie nur so furchtbar aus? So, als wäre sie gerade aus einer kosmetikindustriefreundlichen Frauenzeitschrift gefallen und man könne darin das Frühlingshoroskop finden?

Quietschbunt mit Blüten, sodass man sich an die Pril-Blumen aus den 70ern erinnert fühlt: Ein Kunstfreund und Ästhet, der etwas von Grafik und kunstgerechter Gestaltung versteht, würde das Ding nicht freiwillig in die Hand nehmen und dabei schon gar nicht an gute Kunst denken. Viel eher denkt er wohl an schlechte Kunst, obwohl die Galerien meist keine schlechte Kunst zeigen. Und das ist nun mehr als schade.