Offen gesagt

Mem macht Karriere

Eine Begriffserklärung von Thomas Andre

Wissen Sie eigentlich, was ein "Mem" ist? Nein? Ganz sicher nicht? Wir glauben schon! Sie haben nämlich täglich damit zu tun. Ein Mem ist ein Videofilmchen, ein Internetschnipsel. Also das, was jeder, der sein Tagwerk im Büro verrichtet und auch abends gerne seine Zeit am Rechner verbringt, zur kurzweiligen Pläsier und zwischendurch mal eben so konsumiert. Meme sind Internet-Phänomene und als solche schon seit vielen Jahren bekannt, aber erst in jüngerer Vergangenheit hat man verabredet, dies bestimmte Wort zu benutzen.

Wie das eben immer so ist mit den, nun ja, Phänomenen, machen die Begriffe Karriere. Das muss jetzt nicht heißen, dass Sie die nächste lustige (oder auch unlustige) Bilddatei topinformiert als Mem ankündigen sollen. Nein: Das, was Sie online mit ihrer ganz persönlichen Gemeinde teilen oder per Mail verschicken, darf auch weiter mit motivierenden Handlungsanleitungen ("Check das, Digger! Sauwitzig!") oder subtiler Hipsterattitüde ("Das kennst du garantiert noch nicht") angepriesen werden. Es ist ja ohnehin interessant, dass Hypes wie der "Gangnam Style" oder der "Harlem Shake" spielend leicht kulturelle Grenzen überwinden, um dann von allen als Bescheidwisserkapital eingesetzt zu werden.

Man sollte den neuen heißen Spaß im Internet schon gesehen haben, um mitreden zu können! Und wenn das Mem der Stunde dann irgendwann ein alter Hut ist, dann kommt halt das nächste.