"Die arabische Nacht" verströmt dunklen Zauber

Hamburg. Mit einer sehr konzentrierten, in ihren Mitteln klug verknappten Inszenierung der Oper "Die arabische Nacht" von Christian Jost feierte Stephan Krautwald am Donnerstag im Forum der Musikhochschule den Abschluss seines Diplomstudiengangs Musiktheaterregie. Fünf Akteure irren durch einen musikalisch delikat ausgeleuchteten Spielraum zwischen der trüben Realität einer Hochhaussiedlung und den nicht weniger schmerzhaft-brutalen Fantasien einer geträumten Märchenwelt. Ob diesen Traum nur die somnambule Hauptfigur Franziska (Svenja Liebrecht) träumt? Sie entsteigt einem gläsernen Schneewittchensarg und lebt unter dem Fluch, nur dann sie selbst werden zu können, wenn sie Unglück über andere bringt. Sind alle in diesem Traumgespinst gefangen? Es bleibt in der Schwebe.

Josts Libretto ist die Verdichtung eines Theaterstücks von Roland Schimmelpfennig. Seine Musik findet dazu ihren eigenen Melos. Anspruchsvoll, aber kantabel - mal exaltiert, mal bis zum Sprechgesang zurückgenommen. Tiefe Holzbläser, Marimba und Vibrafonklänge schaffen einen eigenartig dunklen Zauber. Und es wird gut gesungen und gespielt. Die nächsten Vorstellungen (26./28.3., 6./13.4., 19.30 Uhr) hätten mehr Publikum verdient.