Mit Gedichten von Hans Leip in die Ferne schweifen

Süllberg. Der Name Hans Leip ist untrennbar mit "Lili Marleen" verbunden, der inoffiziellen Hymne der Soldaten an sämtlichen Fronten. Auch heute noch, wenn das Lied jeden Tag um 22 Uhr das Liveprogramm des Soldatensenders Radio Andernach beendet. "Hans Leip ist brandaktuell", davon ist Sammy Semtner, der an diesem Mittwoch im Ballsaal auf dem Süllberg mit seiner Band Gedichte und Lieder des Autors und Malers singt und spielt, überzeugt.

"Die Schiffe, die Sterne, die silberne Ferne" heißt der Abend, die Zeile stammt aus dem Gedicht "Der Meerwein". Darin geht es um eine ertrinkende Piratin, die als Mann verkleidet ihrem Schatz aufs Schiff folgt und singend untergeht. Die Ozeane, der Hafen und die Sehnsucht, Krieg und soziale Dienste, das waren die Themen von Hans Leip (1893-1983). Nach einem Abend mit Werken des gebürtigen Hamburgers im vergangenen Jahr hat Sammy Semtner nun Kompositionen für zehn weitere Gedichte geschrieben, Gedichte zwischen Politik und privaten Bedürfnissen. Gedichte, die "Oevel-Övelgönne", "Santa Kathrin", "Die Planke" oder "Malven am Hafen" heißen.

Zur Band des pensionierten Lehrers Semtner gehören Schlagzeuger, Keyborder, Bassist, Gitarrist, Akkordeonspieler und eine Sängerin. Überraschend ist, dass der 70-köpfige Chor der Katholischen Grundschule Blankenese zwei Lieder und dreimal den Refrain übernimmt, das seien "Titel, die der Erbauung dienen", wie Semtner sagt. Ein Begriff, der auch nur noch selten zum aktiven Wortschatz gehört.

"Die Schiffe, die Sterne, die silberne Ferne" Mi 20.3., 20.00, Ballsaal auf dem Süllberg (S Blankenese + Bus 48), Süllbergterrasse 12, Karten 15,- im Vvk./18,- an der Ak. unter T. 866 66 90