Menschlich gesehen

Hymne auf Platt

Musik zu machen, sagt Meike Schrader, das sei für sie die schönste Ausdrucksform, um Menschen zu berühren und etwas in der Welt zu hinterlassen. Ein besonders gelungenes musikalisches Erbstück hat sie nun für ihre Heimat Hamburg geschaffen: Mit der Moderatorin Wiebke Colmorgen hat die 35-Jährige eine Hymne auf Plattdeutsch geschrieben, die das Leben zwischen Hafen und Pudel Club schildert.

Schrader ist eine, die die Facetten ihrer Stadt liebt, jedoch das Alte und Raue dem Hochglanz vorzieht. Am Schlump geboren und in Halstenbek aufgewachsen, lebt sie mittlerweile mit ihrem Mann, dem Künstler Till Haupt, in einer umgebauten Lagerhalle in Eimsbüttel. Bevorzugt nachts schreibt sie dort ihre Lieder am Piano. Auf den ersten Blick mag Schrader eine introvertierte Künstlerin sein. Das blasse Gesicht vom dunklen Haar gerahmt. Doch wer sie als Gastgeberin der Konzertreihe "Sängerknaben und Sirenen" im Gängeviertel erlebt, lernt eine herzenswarme Person kennen. Zudem erden sie Kochen, Tai-Chi und die Elbe.

Ihrer Berufung folgte Schrader direkt nach dem Abi mit einer Gesangsausbildung. Mit Lindenbergs Rockshow "Atlantic Affairs" reiste sie sogar bis nach China. Ihre Solospuren hingegen sind eher zart als laut. So wie der Titelsong ihrer Platte "Das Grün in deinen Augen", der davon erzählt, einen geliebten Menschen neu zu entdecken. Ein berührendes Lied, das bleibt.