"Töte zuerst"

Ein Film über den israelischen Geheimdienst

In dem Dokumentationsfilm "Töte zuerst", der für den Oscar nominiert war, geht es um den israelischen Inlandsgeheimdienst.

Die Geheimdienstbilder zeigen Aufnahmen aus der Luft, die Kamera folgt einem Pkw. Plötzlich eine Detonation, das Auto explodiert. Getötet: Feinde Israels. Dann ist Yuval Diskin zu sehen, der über die manchmal unheimliche Macht eines Geheimdienstchefs spricht. Diskin war von 2005 bis 2011 Chef von Schin Bet, er ließ sich wie fünf andere ehemalige Geheimdienstler für den Film "Töte zuerst" interviewen.

"The Gatekeepers", wie das unbedingt sehenswerte dokumentarische Werk im Original heißt, war für den Oscar nominiert und ist eine Koproduktion mit Arte und dem NDR, für die der Filmemacher Dror Moreh als Regisseur fungierte. Weil er Einblicke in die Welt des Geheimdienstes liefert, rief "Töte zuerst" einige Aufregung vor allen Dingen in Israel hervor. Indem er die Geschichte des Inlandsgeheimdienstes rekapituliert, erzählt der Film gleichzeitig von der Palästinenserpolitik des jüdischen Staates - dabei äußern sich die Agenten durchaus selbstkritisch, stellen vor allem aber den Regierungen ihres Landes ein vernichtend schlechtes Zeugnis aus.

"Töte zuerst" 5.3., 20.15 Uhr, Arte, und 6.3., 22.45 Uhr, ARD