Irritierende Klangexperimente aus alten Schallplatten

Gewinnen Sie Karten für das ausgebuchte Konzert von Philip Jeck

KörberForum. Es knistert, es knattert und rauscht. Klangwolken erheben sich, nehmen immer größeren Raum ein, um sich wenig später in rhythmisches Schaben aufzulösen. Mehr als eine Stunde lang kann das so gehen bei den Konzerten der ePhil-Reihe im KörberForum. Konzerte, die die Welt der elektronischen Musik abseits der auf Tanzflächenfüllung ausgelegten Club-Szene abbilden. Hier geht es nicht um massentaugliche Beats per Minute, hier wird mit maximaler Abenteuerlust, gelegentlich auch mit heiligem Ernst experimentiert. Von Klangkünstlern aus aller Welt, die in Hamburg ihre mal schrägen, mal geradezu lieblichen Soundteppiche ausbreiten.

Zum Abschluss der aktuellen ePhil-Saison kommt nun mit Philip Jeck ein Grandseigneur der Szene, dessen Klanginstallationen auch deshalb so spektakulär sind, weil er hauptsächlich mit alten Schallplatten arbeitet, die beispielsweise zerkratzt, rückwärts oder in unterschiedlichen Tempi abgespielt werden. Nicht nur eine Platte zur Zeit wohlgemerkt, sondern viele, deren Sounds sich dann überlagern. Das Ergebnis sind irritierende rhythmische Muster, die wie aus der Zeit gefallen scheinen und bisweilen geradezu geisterhaft aus den Boxen wabern.

Das Oeuvre des 60-Jährigen, der in Liverpool lebt und in der Vergangenheit auch mit Gavin Bryars, Jah Wobble oder Jaki Liebezeit (Can) zusammengearbeitet hat, ist kaum noch überschaubar. Zu den herausragenden Alben gehört das beim britischen Label Touch veröffentlichten Epos "Sand", dem es gelingt, Momente atemberaubender Schönheit und Eleganz mit disharmonischen Attacken zu verbinden. Kein Wunder, dass Philip Jecks Werke in der Vergangenheit immer wieder als Film-Soundtracks genutzt wurden: Sie lassen den Geist fliegen.

Vielleicht bindet der Brite in seine KörberForum-Performance sogar Hamburger Straßengeräusche ein, schließlich bekennt er, eine neue Stadt stets mit den Ohren zu erkunden, ihrem ganz einzigartigen Klang bewusst nachzuspüren. Und geschabt, geknattert und geknistert wird zwischen Elbe und Alster schließlich auch.

Wie fast alle Konzerte der ePhil-Reihe ist auch der Auftritt von Philip Jeck längst ausgebucht. Für Abendblatt-Leser sind allerdings noch 5 x 2 Karten reserviert. Wenn Sie dabei sein möchten, dann schicken Sie bis heute, 18 Uhr, eine E-Mail mit dem Betreff "ePhil" an die Adresse abendblatt@elbphilharmonie.de Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.

Philip Jeck Do 21.2., 21.00, KörberForum (U Baumwall), Kehrwieder 12; www.philipjeck.com