Lebensmittel in Zeiten der Globalisierung

Werkstatt 3. Die Verzweiflung steht dem österreichischen Landwirt ins Gesicht geschrieben. "Es sollte einen gerechten Preis geben für das, was wir Bauern produzieren", sagt er. "Aber die Leute zahlen ja nur zwei Euro für ein Schnitzel. 20.000 Schweine in einer Halle - anscheinend wollen die Leute das so." Das ist nur ein Beispiel aus Erwin Wagenhofers Dokumentarfilm "We feed the World". Am Beispiel der Nahrungsmittelproduktion für die EU beleuchtet er die Auswirkungen der Globalisierung. Dabei deckt er die nahezu unentwirrbaren Zusammenhänge zwischen Produktion, Handel und Transport auf, jenes engmaschige Netz, dessen Enden allein die Lebensmittelkonzerne in Händen halten.

Jean Ziegler, Sonderberichterstatter der Uno, kommentiert Wagenhofers Fallbeispiele aus aller Welt verbittert: "In Wien wird jeden Tag so viel Brot weggeworfen, wie die Grazer essen." Sinkende Qualität, Gentechnik auf dem Vormarsch und der programmierte Kollaps der traditionellen Landwirtschaft seien die Folgen, wenn niemand die mächtigen Lebensmittel-Trusts bändige. Und wer mache das schon?

"We feed the World" Di 15.1., 19.00, Werkstatt 3 (S Altona), Nernstweg 32-34, Eintritt frei; www.werkstatt3.de