Panoptikum der Kunstgeschichte

Der gebürtige Hamburger Rob Wirth zeigt 400 seiner meist surrealistischen Werke im Sprinkenhof

makeshift gallery. "Die Dinge sind schon da. Ich bin nur derjenige, der sie sieht, der sie bewahrt und dem Betrachter präsentiert." Wenn Rob Wirth über seine Kunst spricht, geht die Leidenschaft mit dem 67-Jährigen durch. Er doziert mit kindlicher Begeisterung und mit dem Tempo eines Maschinengewehrs über seine zumeist surrealistischen Gemälde und Plastiken. Verstärkt durch große Gesten streut Wirth wie nebenbei immer wieder Zitate aus der klassischen englischen Literatur ein - nur eines seiner unzähligen Steckenpferde. Der gebürtige Hamburger scheint sich in alles, was er anpackt, hineinzusteigern. Dieser Zustand ist wohl eine der Voraussetzungen, um Kunst zu produzieren. Und dass es sich bei Wirths Werken um Kunst handelt, steht außer Frage. Im Sprinkenhof präsentiert er in der makeshift gallery auf rund 800 Quadratmetern mehr als 400 Beispiele seiner mittlerweile 50 Jahre andauernden Karriere. In einem der Räume liest er auch gern mal aus fremden und eigenen Werken vor - Wirth ist auch Dichter.

Ein Rundgang durch seine Ausstellung "Fadenscheinig" mutet an wie ein Panoptikum der Kunstgeschichte. Wirth gibt gerne zu, dass ihn nahezu alle Künstler und Kunstrichtungen beeinflussen. "Es hätte keinen Sinn, wenn ich meine Arbeit bewusst auf ein Ziel ausrichten würde", sagt er und hält dann doch kurz inne. "Man muss dem Zufall eine Chance geben."

"Fadenscheinig" Ausstellung Rob Wirth, Fr-So 4.-6.1., 14.00-20.00, makeshift gallery (U Steinstraße), Sprinkenhof Burchardstraße 14