Kunst-Streit

Wurde ein wertvolles Watteau-Bild doppelt verkauft?

Das Haus Hohenzollern soll einer Untersuchung zufolge ein wertvolles Gemälde des Rokoko-Malers Antoine Watteau doppelt verkauft haben.

Berlin. Das Haus Hohenzollern soll einer neuen Untersuchung zufolge ein wertvolles Gemälde des französischen Rokoko-Malers Antoine Watteau von 1719 versehentlich doppelt verkauft haben. Wie der Kunsthistoriker Guido Hinterkeuser in seinem Buch „Das Berliner Schloss“ schreibt, kaufte der Preußische Staat das Bild „Die Einschiffung nach Kythera“ 1926 für 1,8 Millionen Reichsmark. 1983 habe die Berliner Schlösserverwaltung das Werk für 15 Millionen DM nochmals erworben, so der Autor. Offenbar sei der erste Verkauf während der Kriegs- und Nachkriegsjahre in Vergessenheit geraten.

Der Vertreter des Hauses Hohenzollern und Urenkel des letzten deutschen Kaisers, Georg Friedrich Prinz von Preußen, hatte gegen das Buch geklagt. Das Berliner Landgericht wies die Beschwerde jetzt ab, wie der Anwalt des Autors, Christian Christiani, mitteilte. Dem Prinzen sei in dem Buch „keinerlei unmittelbare Mitwirkung“ an dem Vorkaufsvorgang zugeschrieben worden, befanden die Richter laut schriftlichem Urteil. Christiani nannte die Klage einen „Einschüchterungsversuch“ gegenüber einer gut recherchierten wissenschaftlichen Ansicht.

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, der das Bild heute gehört, hatte eigenen Angaben zufolge mit dem Erwerb nichts zu tun. Der Ankauf sei 1983 über den Freundeskreis erfolgt, erklärte ein Sprecher am Montag auf Anfrage. Die Geschäftsführerin des Freundeskreises, Heike Rohde-Siebel, wollte keine Stellung nehmen. „Das Buch ist für uns Anlass, die Frage zunächst intern zu klären“, sagte sie.

( (dpa/abendblatt.de) )