Die Opernfactory eröffnet im Hamburger Osten

Der populäre Galabend "MysticOper" ist auch für Jugendliche geeignet

Hamburg. Industriearchitektur trifft auf barocke Stilelemente. Fabrikambiente auf Opernprunk. Das ist das Konzept in Barbara Kaliners Opernfactory. Spiegel in goldfarbenen Rahmen zieren das Foyer und bringen einen Hauch von Luxus und Romantik ins neue Musiktheater. Die Juristin mit Gesangsausbildung erfüllt sich mit dem eigenen Haus einen Traum und eröffnet es diesen Sonntag auf dem Gewerbegelände an der Ahrensburger Straße 138 in Tonndorf mit einer Operngala. Sie präsentiert ein Bukett der schönsten Perlen aus Märchen- und Zauberopern unter dem Motto "MysticOper".

"Wir wollen den Hamburger Osten kulturell beleben", sagt Kaliner. "Es ist auch nicht unsere Absicht, der Kammeroper in Altona und dem Opernloft in der City Konkurrenz zu machen." Mit ihrem Programm setzt sich die Theaterleiterin denn auch klar von modernen Inszenierungen ab und präsentiert keine kompletten Opernaufführungen, sondern szenische Konzerte mit Hits und bekannten Melodien. "Es gibt viele Leute, die Opernmusik lieben, sich aber nicht durch einen ganzen Opernabend quälen wollen."

Die populären Arien und Duette arrangiert die an allen Ecken und Enden in ihrem Theater anpackende Chefin. "Ich inszeniere, schneidere Kostüme und werde auch selbst auftreten." In der "Opera d'amour" (Premiere: 18. November, 19 Uhr) arrangiert sie die schönsten Liebesszenen aus der Opernliteratur, verführt in "Don Giovanni meets Violetta" musikalisch zu Lust und Laster und plant für das Frühjahr 2013 sogar eine Aufführung: Rossinis "La Cenerentola" alias "Aschenputtel".

Mit viel Eigenarbeit, der Hilfe von Mann und Freunden baute Kaliner die ehemalige Industriehalle um und investierte 30 000 Euro aus ihrer Tasche. "Da war früher eine Gewürzmühle drin und es duftet noch immer etwas nach Zimt", sagt sie und lacht. "Passt doch gut zur Vorweihnachtszeit."

Das szenische Konzert "MysticOper" in stilgerechten Kostümen und zu Klavierbegleitung bringt Szenen aus "Bastien und Bastienne", "Hänsel und Gretel", "Orpheus aus der Unterwelt", "Rusalka" und natürlich aus der "Zauberflöte". Es ist nicht als Kinderprogramm gedacht, doch für Jugendliche geeignet. 130 Besuchern bietet die Opernfactory Platz. Die Preise sind für Musiktheater moderat. Karten kosten 18 Euro, ermäßigt 14 Euro. Für Gruppen und Kinder unter zehn Jahren gibt es auch Vergünstigungen.

Zwei bis drei Operngalas pro Monat stehen zunächst auf dem Spielplan. "Doch mein Ziel ist es, jeden Freitag, Sonnabend und Sonntag spielen zu können"; sagt Kaliner. "Aber zunächst müssen wir unser Publikum gewinnen." Für so viel Einsatz und Musikbegeisterung ist ihr und dem professionellen Sängerensemble zu wünschen, dass viele Opernliebhaber und Neugierige den Weg nach Tonndorf finden.

"MysticOper" Premiere 4.11., 19.00, Opernfactory, Ahrensburger Straße 138, Karten über Ticketmaster und an allen Vorverkaufskassen; www.opernfactory.de