Social Distortion, der schönste Härtefall der Stadtpark-Saison

Stadtpark. Französische Forscher wollen herausgefunden haben, dass ein Je-mehr-desto-Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Anzahl der Tattoos bestehen soll. Das ist sicher ausgewiesener Unfug, obwohl ... wenn man heute einen Blick in den Hamburger Stadtpark wirft: Es wird sicher das eine oder andere Bier getrunken werden, und die Anzahl Besucher ohne Körperschmuck dürfte auch gegen null tendieren, wenn Social Distortion einen Hinterntritt mit "Sex, Love And Rock 'n' Roll" verteilt. Das lehrt die Erfahrung von vier schnell ausverkauften Docks-Konzerten im Vorjahr.

Damals dominierten schwere Jungs den Klub am Spielbudenplatz, ganz dem Social-Distortion-Klassiker "Mommy's Little Monster" entsprechend. Und die gerieten schwer in Wallung, sobald der kalifornische Vierer um Gründer Mike Ness das tat, was er seit 1978 am besten kann: in die Schnauze rocken ohne Rücksicht auf Verluste. Die Energie saugt Social Distortion aus Ramones und Clash, Rolling Stones und Cash. "Cowpunk" könnte man den prägnanten Stilbrecher aus Rock 'n' Roll, Punk, Hardcore und Country nennen, der in den 90ern zahlreiche Epigonen wie The Offspring und Rancid inspirierte und in dieser Zeit auch Social Distortion Mainstream- Erfolge bescherte.

Obwohl Social Distortion in all den Jahren nur sieben Alben, zuletzt 2011 "Hard Times And Nursery Rhymes" veröffentlicht hat, zählt die Band neben Black Flag und den Dead Kennedys zu den Schrittmachern des US-Punk. Und durstig macht sie auch.

Social Distortion, Royal Republic heute 19.00, Stadtpark (S Alte Wöhr), Saarlandstraße, Eintritt 40,- an der Abendkasse; www.socialdistortion.com

( (tl) )