Vom Kampf des Künstlers mit der Kulturpolitik

Hamburg. Der freie Künstler und die Kunstförderpraxis. Der reine Widerspruch. Hätte Pina Bausch Anträge für ihre "Projekte" stellen müssen, wäre sie wohl nie die weltberühmte Choreografin geworden. Sie musste einfach machen können und hätte vor Probenbeginn weder sich noch ihre Tanzstücke erklären können oder wollen.

Über den existenziellen Konflikt zwischen Kunst, Leben und Geldbeschaffungsmaßnahmen für die Kunst hat Laura de Weck ein höhnisch-lockeres Sprech-Musik-Stück geschrieben. Sie inszenierte "Mit freundlicher Unterstützung von" mit Anna König, Christian Bayer und dem DJ Viktor Marek. Nach der Zürcher Uraufführung hatte die Kampnagel-Koproduktion Hamburg-Premiere.

Eine spezielle Stimmung herrscht. Im Publikum sitzen die von Bayer angesprochenen Förderinnen und Förderer der hanseatischen Kultur. Lässig ironisiert er die Verbindung von wirtschaftlichem Denken und künstlerischer Kreativität, die hiesige Kulturpolitiker oft genug kurzschließen. Seine Parodie hält der "Ost-Schauspieler" mit dem untrüglichen Taktgefühl in der Balance zwischen Karikatur und Wirklichkeit, wechselt vom laschen Liebhaber der um Förderung ansuchenden Künstlerin König zum angesprochenen Kulturbürokraten. Angefeuert von Marek, liefert sich das Duo eine brillante "Projektantrags-Battle", mit der das Stück hätte besser enden sollen. Es ist ein amüsant aufmüpfiger Kommentar zur desolaten Lage freier Künstler, der interessierten Zuschauern Einblick darüber gibt, welche Kämpfe und Nerven es kostet, ein Künstler zu sein.

Mit freundlicher Unterstützung von 21. u. 22.10., jew. 19.30, Kampnagel, Karten unter T. 27 09 49 49