Reeperbahn-Festival 2011

Die Rock'n'Roll-Kunst entert den Spielbudenplatz

Foto: Lars P. Krause / Lars P. Krause/Reeperbahnfestival 2011

Das Reeperbahn-Festival bietet auch dieses Jahr mit öffentlichen Campus-Terminen, Film, Lesungen und Comics weit mehr als nur Musik.

Hamburg. Ganz im Zeichen des Ahorns steht das Kukuun in den kommenden Tagen. Während des Reeperbahn-Festivals und -Campus wird der Klub am Spielbudenplatz zwei Tage lang zum Canada House. Die Canada Independent Music Association (CIMA), für den Export von kanadischer Musik zuständig, wird hier am Freitag- und am Sonnabendnachmittag zehn Bands präsentieren - und das nicht nur für Branchenvertreter und Delegierte, sondern für alle, die sich ein Festivalticket gekauft haben. Die Entdeckungsreise beim Reeperbahn-Festival beginnt am Nachmittag, genau nach dem Vorbild des SXSW-Festivals in Austin, Texas.

Doch nicht nur Kanada, auch Israel und Holland zeigen Pop-Talente ihrer Heimat. "Tune in Tel Aviv" heißt es morgen Abend um 19 Uhr ebenfalls im Kukuun, die Dutch Impact Party steigt am Freitag zwischen 14 und 19 Uhr im Sommersalon. Einen Tag später lädt dort Neuland Concerts zu einem Showcase unter anderem mit Westernhagen-Tochter Mimi und der Kölner Band Locas In Love ein. Mit diesen Konzerten am Tage wird das Herz des Reeperbahn-Festivals, der Spielbudenplatz, weiter belebt. Denn wie in den Vorjahren werden auch die Posterkünstler des Flatstock Europe hier wieder ihre großformatigen Kunstwerke feilbieten.

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Inzwischen sind die Veranstaltungen des Branchentreffs Reeperbahn-Campus und des Arts-Programms fast ähnlich umfangreich wie das Festival mit seinen annähernd 200 Bands und Solisten. Der Taschenführer für die Kunst- und Kulturveranstaltungen ist allein schon 26 Seiten lang und informiert über das parallel laufende Comic-Festival in einigen Kiez-Galerien, die von Viva Con Agua initiierte genreübergreifende Ausstellung im Millerntor-Stadion (Vernissage morgen 18 Uhr), diverse Filmvorführungen und Lesungen.

Mit Tino Hanekamp, Betreiber des Uebel & Gefährlich und Prosa-Debütant, und dem schottischen Journalisten John Niven hat das Festival Autoren ins Imperial-Theater geladen, die sich im Milieu des Musikbusiness bestens auskennen. Niven wird am Freitag aus seinem Roman "Gott bewahre" lesen, Hanekamp am Sonnabend aus seiner Hamburg-Story (beide 19 Uhr).

Auch Ray Cokes kommt wieder in seine deutsche Lieblingsstadt. Der ehemalige MTV-Moderator wird nicht müde zu betonen: "Hamburg is in my heart!" Seine "Reeperbahn Revue" im Schmidt-Theater ist zu einem einmaligen Format geworden. Die Interviews und Unplugged-Sessions mit Festival-Künstlern bekommen durch den Wortwitz und die rüde Spontaneität der englischen TV-Ikone etwas Anarchisches - der richtige Einstieg, um sich kopfüber dreimal in die langen Nächte des Reeperbahn-Festivals zu stürzen.

Reeperbahn-Festival: Do 22.9.-Sa 24.9., Spielbudenplatz und 25 weitere Kiez-Locations (U St. Pauli, U Feldstraße, S Reeperbahn), 3-Tage-Ticket 59,50, 2-Tage-Ticket 45,-, Tagesticket 29,50; Internet: www.reeperbahnfestival.com