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"Handelsblatt" plant eine App, die sich mehrmals am Tag aktualisiert

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Kai-Hinrich Renner

Foto: HA / A.Laible

Über eine App neuen Typs, zumindest für den deutschen Markt, wird derzeit beim in Düsseldorf erscheinenden "Handelsblatt" nachgedacht. In Verlagskreisen spricht man von einer lebenden App. Basis der Anwendung für Smartphones und Tablet-PC's ist die jeweils aktuelle "Handelsblatt"-Ausgabe des Tages. Sie wird ständig aktualisiert, sodass sie am Abend völlig anders aussieht als am Morgen. Sie hat also ihren eigenen Lebenszyklus. Dem Vernehmen nach kostet die Entwicklung der App einen sechsstelligen Euro-Betrag. Im Frühsommer 2012 könnte sie auf den Markt kommen.

Zunächst jedoch muss für das Projekt grünes Licht gegeben werden. Am Dienstag werden in Hamburg Verleger Dieter von Holtzbrinck, sein Geschäftsführer Rainer Esser und "Handelsblatt"-Chefredakteur Gabor Steingart über die lebende App beraten.

Die Runde wird sich aber noch mit einem anderen Projekt befassen: Im stationären Internet will das "Handelsblatt" User für weiterführende Inhalte zur Kasse bitten. Unter jedem Artikel soll es einen Button geben, der gegen Bares vertiefende Informationen anbietet. Um die Leser zu ermuntern, diese Funktion auch zu nutzen, sollen sie mit einem Startguthaben von etwa 50 Euro ausgestattet werden.

Es ist offenbar gar nicht so einfach, den Anteil der öffentlichen Gelder am Etat der Hamburg Media School (HMS) zu berechnen. Wie berichtet, hatte der Hamburger Rechnungshof bereits im Februar moniert, dass die von der Stadt und von Privatunternehmen finanzierte Bildungseinrichtung zu 60 Prozent, statt wie ursprünglich geplant zu 40 Prozent, von Geldern der öffentlichen Hand lebt. Konkret hatten die Rechnungsprüfer den Anteil staatlicher Gelder am HMS-Etat für 2008 auf 60,8 und für 2009 auf 59,7 Prozent beziffert.

In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bürgerschaftsfraktion der Linken hat der Senat nun etwas andere Zahlen veröffentlicht: Demnach erhielt die HMS 2008 58 Prozent ihrer Mittel von der öffentlichen Hand. 2009 seien es 56 Prozent gewesen. Wie der Senat auf diese Zahlen kommt, lässt sich nicht vollständig ergründen. Klar ist nur, dass die zuständige Wissenschaftsbehörde die 140 000 Euro, die jährlich von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein an die HMS fließen, nicht mitzählt. Zwar räumt ein Behördensprecher ein, dass es sich dabei um öffentliche Gelder handele. Da mit ihnen aber nur Filme der Filmstudenten finanziert werden dürften, sie also zweckgebunden seien, könne man sie nicht dem HMS-Etat zurechnen. Wenn man aber die Filmförderungsgelder abzieht, die laut Rechnungshof 2008 einen Anteil von 3,7 Prozent am HMS-Etat ausmachten, kommt man für 2008 auf einen Anteil der öffentlichen Hand von 57,1 und nicht von 58 Prozent. Dies kann auch der Behördensprecher nicht erklären, der vermutet, dass sein Haus möglicherweise veraltete Zahlen seinen Berechnungen zugrunde gelegt hat.

Der 50-Prozent-Anteil an der WAZ-Gruppe, den Petra Grotkamp, Tochter des Verlagsgründers Jakob Funke, erwerben will, ist zuvor wohl anderen Verlagen angeboten worden. Diese hätten aber, wie es in Branchenkreisen heißt, dankend abgelehnt. Wie Mitarbeiter des Essener Zeitungshauses berichten, wollen sich die Erben des anderen WAZ-Gründers, Erich Brost, schon lange von der Beteiligung trennen. Grotkamp soll bereit sein, für den Anteil 500 Millionen Euro zu zahlen.