Ein Leben im Rampenlicht

Foto: Bo Lahola

Marion Martienzen singt und spielt in "End of the Rainbow" Filmstar Judy Garland

Hollywood-Filmstar Judy Garland und Marion Martienzen haben etwas gemeinsam: Beide sind Kinder von Schauspieler-Eltern und standen schon früh auf der Bühne. Judy und ihre Schwester sangen und tanzten als Gumm-Sisters in US-amerikanischen Vaudeville-Shows, Martienzen stand schon im zarten Alter von neun Jahren auf der Bühne der Kammerspiele - wo sie jetzt die Garland in der deutschen Erstaufführung von Peter Quilters "End of the Rainbow" spielt.

Im Stück versuchen die kranke, verschuldete Garland und ihr viel jüngerer Ehemann Nummer fünf ein Comeback mit Konzertauftritten in London. Die in London ausgebildete Schauspielerin Martienzen - als Sängerin in Liederabenden von Franz Wittenbrink ("Sekretärinnen") bekannt - gibt ihr Theater-Comeback in dieser Sprechrolle und singt einige Garland-Hits.

Auch Martienzens Partner, der Musical-Star Thomas Borchert, zeigt sich in Martin Blaus Inszenierung von ungewohnter Seite. Er singt kein Lied, spielt aber Klavier und begleitet als Garlands Freund Anthony Marion Martienzen am Flügel. "Er ist ihre gute Seele", sagt Borchert über seine Rolle. "Der homosexuelle Pianist meint es wirklich ehrlich mit Judy, er hat ihr sein Leben geopfert und muss immer mit ansehen, wie sie an die falschen Kerle gerät."

Im Schauspiel mit Musik schildert der Autor die letzten Wochen der alkohol- und tablettensüchtigen Diva, ihren Niedergang und endgültigen Zusammenbruch. Judy Garland ist am 22. Juni 1969 in einem Hotel in Chelsea gestorben. "Eine darstellerische Herausforderung für mich", bekennt Martienzen. "Ich habe null Erfahrung mit Drogen. Judy bekam schon als Kind von ihrer Mutter abwechselnd Aufputsch- und Schlafmittel, ist davon nie richtig losgekommen." Der Hamburgerin sind auch Star-Flausen völlig fremd. "Ich bin immer auf dem Teppich geblieben. Meine Mutter hat mir allerdings nie verziehen, dass ich 1980 am Münchner Residenztheater gekündigt und meine Karriere an Staatsbühnen abgebrochen habe, um in der freien Szene politisches Theater zu machen." Sie gehörte zum Theaterhof Prießenthal, spielte mit dem Pantheater auf Kampnagel. Bei "Sekretärinnen" startete Martienzen ein zweites Mal durch, diesmal als Sängerin, feierte Erfolge in Wittenbrink-Abenden. "In diesem Stück auf der Kammerspiele-Bühne kann ich endlich beides verbinden." Der Kreis hat sich geschlossen.

End of the Rainbow Deutsche Erstaufführung Mo 13.6., 20.00, Kammerspiele (U Hallerstraße), Hartungstraße 9 -11, Karten von 16,- bis 44,- unter der Hotline T. 0800-41 33 440; www.hamburger-kammerspiele.de