Wenn er meine Frau umbringt, muss ich dann seinen Vater töten?

Planetarium. Es beginnt, wie so viele langweilige Zugfahrten, mit einem Gespräch: Der Architekt Guy Haines erzählt einem Fremden von seinen Scheidungsplänen und von der Frau, die er liebt. Aus dieser an sich harmlosen Geschichte entwickelt sich ein Mordkomplott mit weitreichenden Folgen.

Der Unbekannte aus Patricia Highsmiths erstem Thriller "Zwei Fremde im Zug", der sich als Charles Anthony Bruno vorstellt, macht Haines einen ebenso einfachen wie skrupellosen Vorschlag. Bruno bietet an, Haines' Frau zu töten. Im Gegenzug soll Haines Brunos Vater ermorden. Dieses Angebot scheint so ungeheuerlich, dass er es nicht ernst nimmt. Bis die flüchtige Bekanntschaft aus dem Abteil das Versprechen wahr macht und Haines' Frau erwürgt. Seiner eigenen Logik folgend, erwartet der Mörder vom Architekten, dass auch dieser tätig wird.

Der NDR hat sich des schon mehr als 60 Jahre alten Stoffs aus der Feder einer der bekanntesten Krimi-Autorinnen angenommen und unter der Leitung von Walter Adler als Hörspiel umgesetzt. Unter der Kuppel des Planetariums sitzend, erleben die Zuhörer, wie Peter Fricke, Matthias Haase und andere Sprecher die sich immer weiter zuspitzende Geschichte erzählen. Und wenn sie mit dem Zug nach Hause fahren, werden sie Gespräche mit Unbekannten sicher meiden.

Zwei Fremde im Zug heute 19.30, Planetarium (U Borgweg), Hindenburgstraße 1b, Eintritt 8,50, ermäßigt 5,50; www.planetarium-hamburg.de