Die Kunst der tiefen Töne

Das Tao-Ensemble bringt mit japanischen Taiko-Trommeln das CCH zum Vibrieren

CCH. Zum dumpfen Pulsieren der Taiko-Trommeln zogen schon die Samurai des alten Japan in die Schlacht. Um den eigenen Kämpfern Mut einzuflößen und den Gegner in Angst und Schrecken zu versetzen, setzten die Heerführer Trommler ein. Heute kommen die beeindruckenden Instrumente zu friedlicheren Zwecken zum Einsatz, sie unterhalten Zuschauer weltweit.

Das japanische Tao-Ensemble spielt bereits seit seinem ersten europäischen Erfolg 2004 beim Fringe-Festival in Edinburgh auf internationalen Bühnen, verbindet bei seinen Konzerten die traditionelle Taiko-Musik mit modernen Klängen.

Im aktuellen Programm "The Samurai Of The Drum" zeigen die Musiker, wie sich die Rhythmen und Spielweisen im Lauf der Jahrhunderte verändert haben: Ausgehend vom Japan der Edo-Zeit, dem Hochmittelalter der Shogune und Samurai, reisen die Künstler bis in die Gegenwart, in der sich Tradition und Moderne zu einem lautstarken Klanggewitter verbinden, das fremd und doch vertraut klingt.

Bis das Maß an Synchronizität erreicht ist, das seinen Teil zur Faszination für die Japaner beiträgt, müssen die Künstler hart trainieren. Und damit die bis zu 1,70 Meter durchmessenden Trommeln in rhythmischer Harmonie dröhnen, ist voller Körpereinsatz notwendig. Den Musikern fließt bei den Shows der Schweiß in Strömen von der Stirn, es bedarf großer Kraft, der Taiko die richtigen Töne zu entlocken. Doch nicht immer vibriert der ganze Körper vom sonoren Pochen. Während der ruhigeren Parts fühlt man sich in einen Tempel voller meditierender Mönche versetzt. Nur um im nächsten Augenblick wieder auf dem Schlachtfeld zu stehen. Musikalisch zumindest.

Tao - The Samurai Of The Drum heute 20.00, CCH, Saal 2 (S Dammtor), Am Dammtor/Marseiller Straße, Karten ab 26,80 an der Abendkasse; www.drum-tao.de