Medienmacher

Stadt will Miete von Sendern, die über die Hamburg-Wahl berichten

Sender, die von der Bürgerschaftswahl am 20. Februar aus dem Wahlzentrum im CCH berichten wollen, müssen Miete zahlen. Das teilte Senatssprecherin Kristin Breuer Medienvertretern mit.

Bei Hamburger Fernseh- und Radiosendern herrscht Unmut über eine Entscheidung des Senats, mit der die leeren Kassen der Stadt zumindest ein wenig gefüllt werden sollen. Bei einer Vorbesichtigung in der Halle H des CCH, in der anlässlich der Bürgerschaftswahl am 20. Februar ein Wahlzentrum eingerichtet wird, teilte Senatssprecherin Kristin Breuer am Freitag Medienvertretern mit, Sender, die dort Studios aufbauen wollen, müssten Miete zahlen. Die zu entrichtende Gebühr richte sich nach der Zahl der benötigten Quadratmeter, sie liege im niedrigen zweistelligen Bereich. Breuer begründete die Entscheidung mit der klammen Haushaltslage. Bei den vorangegangenen Bürgerschaftswahlen mussten die Sender keine Gebühr zahlen. Entsprechend verärgert sind die Reaktionen auf die Mietforderung: "Wir finden den Vorschlag ungewöhnlich", sagt ein NDR -Sprecher. "Schließlich geht es um die Berichterstattung von einer Wahl, dem Kern der Demokratie." "Absurd", nennt eine Hamburg-1 -Sprecherin die Senatsforderung. Und Marzel Becker, Geschäftsführer von Radio Hamburg, kündigt einen Mietboykott an, "weil wir für politische Berichterstattung nicht zahlen".

Pläne für eine neue Struktur ihrer Geschäftsführung hat die WAZ-Gruppe geprüft und verworfen: Im Rahmen des WAZ-Strategiedialogs 2015 war diskutiert worden, die Geschäftsführung der Zeitungsgruppe auf einen Geschäftsführer zu verkleinern. Ein Szenario sah vor, Geschäftsführer Bodo Hombach - er sitzt für die Verlegerfamilie Brost in dem Leitungsgremium - in den Aufsichtsrat zu entsenden. Alleiniger Geschäftsführer wäre dann Christian Nienhaus gewesen, der die Verlegerfamilie Funke vertritt. Doch die Gesellschafter mochten sich damit nicht anfreunden. "Für eine Veränderung", sagt ein Verlagssprecher, "zeichnet sich keine Mehrheit ab."

Wie weit rechts darf der Korruptionsbeauftragte des NDR stehen? Diese Frage wird derzeit kontrovers im Sender diskutiert. Anlass ist ein Text des Autors Felix Krebs über den NDR-Korruptionsbeauftragten Horst Szychowiak , der in mehreren Internetforen kursiert. Szychowiak ist Mitglied der Landsmannschaft Mecklenburgia-Rostock, einer schlagenden Verbindung. 1993 hieß es in einem internen Bericht des Verfassungsschutzes, die Landsmannschaft sei "rechtsextremistisch beeinflusst". Damals war Szychowiak Vorsitzender ihrer Alten Herren. In einem offiziellen Verfassungsschutzbericht tauchte die Verbindung aber nie auf. Krebs wirft Szychowiak vor, dass er sich für die Burschenschaft Germania einsetzt, die als NPD -nah gilt. Die Vereinigung Hamburger Akademikerverbände wollte die Germania von ihrem Verbändekommers ausschließen, weil zuletzt wegen der Teilnahme rechtsextremer Burschenschaftler kein Veranstaltungsort gefunden werden konnte. Szychowiak lehnt dies ab. Er sagt, die Germania habe zwar in den 90er-Jahren ein Problem mit Rechtsextremen gehabt, könne heute aber nicht mehr NPD-nah genannt werden. Allerdings war noch 2009 bei einem sogenannten "Reichsgründungskommers" der NPD-Redner Björn Clemens bei der Germania aufgetreten. Die Senderspitze hat kein Problem mit Szychowiaks Engagement für schlagende Verbindungen: "Private Betätigungen, soweit sie rechtlich zulässig sind, fallen unter die Meinungs- und die Vereinigungsfreiheit", sagt ein NDR-Sprecher.

Mit einer 60-seitigen Beilage zum Weltwirtschaftsgipfel in Davos erscheint am 21. Januar das " Manager Magazin ". Das Supplement hat gleich zwei Titel: Der eine heißt "Globale Perspektiven", der andere "Global Perspectives". 30 Seiten der Beilage sind auf Deutsch verfasst, die anderen 30 auf Englisch. Chefredakteur Arno Balzer spricht von einem "Experiment". Er kann sich vorstellen, zu anderen Anlässen ähnliche Beilagen zu produzieren.

Eine einstweilige Verfügung hat der Anwalt Matthias Prinz für seinen Mandanten Carsten Maschmeyer gegen die ARD-Reportage "Der Drückerkönig und die Politik" erwirkt. Die Szene, die den ehemaligen AWD-Chef bei Vortragsvorbereitungen in Frankfurt zeigt, darf nicht mehr gesendet werden. Für die ARD -Mediathek und für Wiederholungen auf Eins Extra am Sonnabend um 11.30 Uhr und 22.30 Uhr wird sie geschwärzt. Der bei der Reportage federführende NDR will gegen die einstweilige Verfügung juristisch vorgehen.