Merkwürdige Botschaften im Zeichen der Akazie

Gab es einen Fall von Schleichwerbung im ZDF-Film "Familiengeheimnisse"?

Hamburg. Das Corpus Delicti ist eine goldfarbene Akazie vor grauem Hintergrund. So sieht das Logo der Kosmetiklinie "Iwalewa - Essence of Africa" der Schauspielerin Dennenesch Zoudé aus. Der Rest soll Zufall sein: Zufälligerweise ist das Logo im ZDF-Film "Familiengeheimnisse" zu sehen gewesen, in dem - noch ein Zufall - vergangenen Sonntag Zoudé an der Seite von Hardy Krüger senior zu sehen war. Die goldene Akazie zierte dort ein Parfüm namens "Ayana". Regie führte bei "Familiengeheimnisse" übrigens Carlo Rola, bei dem es sich - Zufall Nummer drei - um Zoudés Ehemann handelt.

Die Schauspielerin beteuert, dass sie zu keiner Zeit die Absicht gehabt habe, das Logo für Product Placement vulgo Schleichwerbung zu nutzen. Beim ZDF will man diese höchst außergewöhnliche Häufung von Zufällen nun untersuchen. Nach Angaben eines Sprechers beschäftigt sich die Clearingstelle des Senders mit dem Fall.

Dem ZDF sei, so der Sprecher, im Vorfeld nichts Verdächtiges aufgefallen, wohl auch weil es sich bei Zoudés Kosmetik um kein "bekanntes Markenprodukt" handele. Der Rundfunkstaatsvertrag untersagt den Öffentlich-Rechtlichen, für Produktplatzierungen Geld zu nehmen. Wenn gesponserte Produkte in einem Film gezeigt werden - beispielsweise Autos -, muss dies im Abspann ausdrücklich erwähnt werden. Dies ist im Fall von Zoudés Kosmetik nicht geschehen.

Produziert wurde "Familiengeheimnisse" von Oliver Berben, der von Zoudés Kosmetiklinie nichts gewusst haben will. Allerdings sind seine Produktionen bereits in der Vergangenheit durch seltsame Produktplatzierungen aufgefallen: In einer im April 2004 vom ZDF ausgestrahlten Dokumentation über Israel ließ er seine Mutter, die Schauspielerin Iris Berben, in einem VW Touareg durch das Heilige Land karriolen. Die Nachrichtenagentur dpa wunderte sich damals über "ausgiebige Fahrten mit einem geländegängigen Volkswagen-Typ durch die Wüste und die Städte".

Danach musste Iris Berben in der ebenfalls von ihrem Sohn produzierten ZDF-Krimireihe "Rosa Roth" ihren Dienstwagen abgeben. Bis dahin fuhr sie als Kommissarin einen VW Phaeton. VW habe weder für die televisionäre Präsentation des Touraeg noch für die des Phaeton Geld gezahlt, versicherte Berben junior damals.