Weltmusik, anders und schwedisch

Die vielseitige Band Junip spielt im Uebel & Gefährlich

Aus den Augen verloren haben sich José Gonzalez, Tobias Winterkorn und Elias Araya nie, aber die Wege der drei Freunde trennten sich vor zehn Jahren. Gonzalez wurde ein populärer Popsänger, Araya ging aus seiner Heimatstadt Göteborg nach Norwegen und Finnland, um zu studieren, Winterkorn arbeitete als Lehrer, baute aber auch ein Studio, in dem er rumfrickelte.

Seit Teenagerzeiten hatten die drei Schweden zusammen Musik gemacht und dabei viel herumexperimentiert. Ihre musikalischen Vorlieben umfassten eine enorme Bandbreite und reichten von Hardcore und Punk über Soul von Curtis Mayfield bis zu brasilianischer Popmusik, wie sie von Caetano Veloso und Milton gespielt wurde. Vor zehn Jahren schon wollten sie ein Album unter dem Bandnamen Junip aufnehmen, doch erst im vergangenen Jahr erblickte die Platte endlich das Licht der Öffentlichkeit.

Nachdem Gonzalez 2007 sein Album "In Our Nature" fertiggestellt hatte, fingen die Freunde an, in Winterkorns Studio an ihrem Jugendtraum zu werkeln, aber vor allem wegen Gonzalez' vielfältigen weiteren Verpflichtungen und seines engen Zeitplans dauerte die Veröffentlichung des Junip-Albums "Fields" bis 2010.

Mit den akustischen Songs ihres populären Sängers hat "Fields" überhaupt nichts zu tun. Junip spielt psychedelische Popmusik mit Jazzrock-Einflüssen, teutonischer Krautrock findet sich in den Kompositionen genauso wie Folkmusik aus Äthiopien. Das Ganze ist ein schillerndes Kaleidoskop aus allen möglichen Stilen und Kulturen, beinahe so etwas wie Weltmusik, nur dass diese in Skandinavien kreiert wurde.

Wenn Junip am 13. Januar zum zweiten Mal im Uebel & Gefährlich auf die Bühne geht - sein Hamburger Debüt gab das Trio beim Reeperbahn-Festival 2010 -, dann werde außer Arayas Schlagzeug und Gonzalez' Gitarre eine Menge akustisch wie optisch ungewöhnlicher Keyboards auf der Bühne stehen. Tobias Winterkorn benutzt unter anderem einen Moog-Synthesizer und einige andere analoge Tasteninstrumente, die schon lange nicht mehr technisch "state of the art" sind, aber einen ganz eigenen Klang besitzen.

Aber genau das macht Junip aus: Die Band aus Göteborg klingt auf eine spannende Weise anders, sie ist zwar rückwärtsgewandt, aber alles andere als nostalgisch.

Junip, Binoculers Do 13.1., 21.00, Uebel & Gefährlich (U Feldstraße); Feldstraße 66, Eintritt 20,- (Abendkasse); www.junip.net