Autor sieht Defizite bei Rezeption von DDR-Literatur

Berlin. Nach Auffassung des Schriftstellers Lutz Rathenow wird DDR-Literatur auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung im Osten Deutschlands anders wahrgenommen als im Westen. Rathenow, 58, der in der DDR lebte, zeigt sich nach dem Tod der Lyrikerin Eva Strittmatter nicht überrascht, dass Zeitungen mit ostdeutscher Leserschaft ausführliche Nachrufe auf Strittmatter veröffentlichten, viele westdeutsche Blätter hingegen nur kurze Meldungen. Die DDR-Literatur sei in verschiedene Bereiche zerfallen, die unterschiedlich wahrgenommen würden, sagte er am Mittwoch im Deutschlandradio Kultur.

Aus Frankfurt am Main betrachtet könne es sein, dass die Lyrikerin als unpolitisch und linientreu erschien, sagte Rathenow weiter. "Aus Frankfurt an der Oder gesehen ist sie natürlich nicht so staatstreu gewesen." Strittmatter war in der Nacht zu Dienstag in einem Berliner Krankenhaus gestorben.