Viel besser als Geschmeidiges von Carey & Co.

Wir kommen zur Kurzkritik von Annie Lennox' neuem Album, das saisonbedingt ein weihnachtliches ist, es heißt "A Christmas Cornucopia". Angesichts dieses Titels wird schon mal deutlich, dass der ehemaligen "Eurythmics"-Sängerin keine langweilige Xmas-Ware von der Stange gerutscht ist. "Cornucopia" bedeutet Füllhorn. Aus diesem fließen also die Weihnachtsklassiker dieser Welt, interpretiert von der ausdrucksstarken Stimme der beliebten Chanteuse.

Dass Streicher und Klaviere gut in die schmalzige Weihnachtszeit passen, ist eh klar; schön aber, dass man nun auch Unbekanntes vernimmt: Oder wer hat "Il est né le divin enfant" schon mal gehört? Und afrikanische Kinderchöre bringt man auch eher nicht in Verbindung mit traditionell abendländischer Kultur. Natürlich wird es wieder Unverbesserliche geben, denen alles, was mit weihnachtlichem Liedgut zu tun hat, zu schwülstig ist. Denen sei gesagt: Das unkaputtbare "Silent Night" ist in Lennox' markanter Version viel besser als Geschmeidiges von Carey, Dion und Co. Und manchmal ist doch Kirchenchor-Inbrunst ganz reizvoll.